Verkauf neuer Wohnungen in Prag zieht weiter an – Preise steigen auf Rekordniveau
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Die durchschnittlichen Angebotspreise stiegen innerhalb eines Jahres um mehr als zehn Prozent

Die Nachfrage nach Neubauwohnungen in Prag bleibt hoch. Trotz eines größeren Angebots stiegen die Preise im zweiten Quartal 2026 in der tschechischen Hautstadt erneut auf Rekordniveau.
Die Nachfrage nach neuen Wohnungen in Prag hat im zweiten Quartal 2026 erneut deutlich zugenommen. Zwischen April und Juni wurden in der tschechischen Hauptstadt rund 1.950 Neubauwohnungen verkauft – etwa elf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Gleichzeitig erreichten die Preise neue Höchststände. Der durchschnittliche Angebotspreis näherte sich der Marke von 188.000 Kronen pro Quadratmeter, während der durchschnittliche Verkaufspreis auf mehr als 182.000 Kronen pro Quadratmeter stieg. Das geht aus einer aktuellen Marktanalyse der Immobilienentwickler Trigema, Central Group und Skanska Residential hervor.
Als Gründe für die weiterhin hohe Nachfrage nennen die Unternehmen unter anderem steigende Haushaltseinkommen sowie die Sorge vieler Käufer vor weiter steigenden Immobilienpreisen, höheren Hypothekenzinsen und einer zunehmenden Inflation. Allein im zweiten Quartal lagen die Verkäufe um mehr als acht Prozent über dem Niveau der ersten drei Monate des Jahres.

Besonders viele Verkäufe in Prag 5
Die meisten neuen Wohnungen wurden zwischen April und Juni in Prag 5 verkauft. Der Stadtbezirk kam auf einen Anteil von etwa einem Viertel des gesamten Marktes. Dahinter folgten Prag 9 und Prag 10 mit jeweils rund 20 Prozent sowie Prag 4. Zusammengenommen entfielen auf diese vier Stadtbezirke fast drei Viertel aller verkauften Neubauwohnungen.
Preise erreichen neue historische Höchststände
Der durchschnittliche Angebotspreis für Neubauwohnungen in Prag stieg im zweiten Quartal auf 187.781 Kronen pro Quadratmeter. Gegenüber dem vorherigen Quartal entspricht dies einem Anstieg um drei Prozent. Im Jahresvergleich verteuerten sich die angebotenen Wohnungen um mehr als zehn Prozent.
Der durchschnittliche Verkaufspreis erreichte 182.845 Kronen pro Quadratmeter. Das waren 2,9 Prozent mehr als im ersten Quartal und fast elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Prag 2 bleibt teuerster Stadtbezirk
Die höchsten durchschnittlichen Verkaufspreise wurden in Prag 2 verzeichnet. Dort kosteten Neubauwohnungen im Durchschnitt mehr als 271.000 Kronen pro Quadratmeter. Es folgten Prag 1 mit rund 239.000 Kronen und Prag 7 mit knapp 232.000 Kronen pro Quadratmeter. Die niedrigsten durchschnittlichen Verkaufspreise gab es in Prag 10 mit rund 159.000 Kronen pro Quadratmeter. In Prag 9 wurden im Durchschnitt etwa 171.000 Kronen pro Quadratmeter verlangt.
Als Ursachen für die steigenden Preise nennen die Entwickler eine Kombination aus hoher Nachfrage, langfristig unzureichender Bautätigkeit, teuren Grundstücken, steigenden Baukosten und höheren Finanzierungskosten.
Angebot auf höchstem Stand seit zehn Jahren
Ende Juni wurden in Prag rund 6.450 neue Wohnungen zum Verkauf angeboten. Das war der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren. Gegenüber dem Ende des ersten Quartals wuchs das Angebot um mehr als 18 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr standen rund zwölf Prozent mehr Neubauwohnungen zur Verfügung.
Das größere Angebot ist den Entwicklern zufolge vor allem auf eine verbesserte Situation im Bausektor sowie auf den Verkaufsstart mehrerer größerer Projekte und neuer Bauabschnitte zurückzuführen.
Eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren sei dagegen nicht der Grund. Nach Angaben des Tschechischen Statistikamtes wurden zwischen Januar und Mai in Prager Mehrfamilienhäusern lediglich 2.878 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 15 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Hoffnungen auf eine Verbesserung verbinden die Unternehmen mit der umfassenden Novelle des Baugesetzes, die im Juli vom tschechischen Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde. Der Entwurf sieht unter anderem die Schaffung einer staatlichen Bauverwaltung, ein zusammengeführtes Genehmigungsverfahren und eine abschließende Entscheidung vor.

Als positiv gilt zudem die Verabschiedung des neuen Prager Flächennutzungsplans. Dieser soll zusätzliche Grundstücke für den Wohnungsbau verfügbar machen. Dadurch könnte der starke Anstieg der Grundstückspreise gebremst und die Verfügbarkeit von Wohnraum verbessert werden.
Für den Markt sei dies eine gute Nachricht. Die Preise neuer Wohnungen seien innerhalb des vergangenen Jahrzehnts aufgrund des geringen Angebots um rund 170 Prozent gestiegen. Nur ein ausreichendes Angebot könne den weiteren Anstieg der Wohnungs- und Mietpreise bremsen.





