Streit um zweite Fremdsprache an Schulen in Tschechien

Englisch zu können ist sicherlich unabdingbar, aber das reicht nicht

Foto: Alexis Brown | Unsplash


Prag (dpa) - Die geplante Abschaffung des Pflichtunterrichts in einer zweiten Fremdsprache an tschechischen Schulen stößt bei mehreren großen europäischen Staaten auf Kritik. Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Spaniens zeigten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme beunruhigt über das Reformvorhaben. Die Zeitung «Pravo» aus Prag veröffentlichte den Text am Freitag in ihrer Onlineausgabe.


Darin heißt es unter anderem: «Englisch zu können ist sicherlich unabdingbar, aber das reicht nicht.» Die Beherrschung einer zweiten oder gar dritten Fremdsprache sei im Berufsleben oft der Schlüssel zum Karriereerfolg. Die Pläne stünden zudem im Gegensatz zu den Zielen der EU, bis 2025 einen europäischen Bildungsraum zu schaffen - und das zu einer Zeit, in der Tschechien die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat.


Der Entwurf eines neuen Rahmenbildungsplans für die Grund- und Mittelstufen in Tschechien sieht vor, dass eine zweite Fremdsprache in Zukunft freiwillig gewählt werden kann. Kritiker sprechen von einem Rückschritt. Die erste Fremdsprache ist in der Regel Englisch. In Kraft treten könnten die Änderungen, wenn sie endgültig beschlossen werden, ab September 2024.

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