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Prävention an Schulen und neue Risiken auf dem Drogenmarkt: Regierung reagiert auf synthetische Cannabinoide und Kratom

Trotz eines grundsätzlich gut ausgebauten Systems bleibt die Suchtprävention in der Praxis mit strukturellen Problemen konfrontiert

Prävention an Schulen und neue Risiken auf dem Drogenmarkt: Regierung reagiert auf synthetische Cannabinoide und Kratom
Foto: Terrance Barksdale | Pexels

Die tschechische Regierung nimmt Suchtprävention und den illegalen Drogenmarkt stärker in den Fokus. Im Mittelpunkt stehen strukturelle Defizite an Schulen sowie die wachsende Verbreitung von synthetischen Cannabinoiden und Kratom.


Der Regierungsrat zur Koordinierung der Suchtpolitik hat sich in ihrer jüngsten Sitzung mit zwei zentralen Themen befasst: der Stärkung der Suchtprävention an Schulen und der aktuellen Entwicklung auf dem illegalen Markt für psychoaktive Substanzen. Beide Bereiche sollen in den neuen Aktionsplan für die Jahre 2026 bis 2028 einfliessen.


Unter Vorsitz von Premierminister Andrej Babiš betonte die Regierung die Bedeutung einer langfristig gesicherten Finanzierung von Präventionsmassnahmen sowie einer besseren Regulierung sowohl legaler als auch illegaler Substanzen. Ziel sei es, insbesondere Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen.


Trotz eines grundsätzlich gut ausgebauten Systems bleibt die Suchtprävention in der Praxis mit strukturellen Problemen konfrontiert. Dazu zählen vor allem unzureichende und instabile Finanzierungsmodelle, fehlende einheitliche Qualitätsstandards für Präventionsprogramme sowie deutliche regionale Unterschiede im Angebot. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den schulischen Präventionsbeauftragten zu, die jedoch häufig neben ihrer regulären Lehrtätigkeit und ohne ausreichende Unterstützung arbeiten.


Prävention an Schulen und neue Risiken auf dem Drogenmarkt: Regierung reagiert auf synthetische Cannabinoide und Kratom
Foto: Freepik

Die Regierung plant daher, das Präventionssystem stärker gesetzlich zu verankern, die Position der schulischen Fachkräfte auszubauen und die Qualitätssicherung von Programmen neu zu strukturieren. Auch eine langfristige Stabilisierung nationaler Präventionsinstrumente steht auf der Agenda.


Neben der Prävention rückte auch der illegale Drogenmarkt in den Fokus der Beratungen. Besonders problematisch ist derzeit die zunehmende Verbreitung von synthetischen und semisynthetischen Cannabinoiden sowie der Verkauf von Kratom ausserhalb regulierter Strukturen. Zwar gelten seit Anfang 2026 strengere Regeln für sogenannte psychomodulatorische Substanzen, die insbesondere den Zugang für Minderjährige einschränken sollen. Dennoch bleibt ein Teil des Marktes weiterhin im Graubereich aktiv.


Als besonders besorgniserregend gilt die Situation bei synthetischen Cannabinoiden, die sich weitgehend der Kontrolle entziehen. Behörden verzeichnen eine steigende Zahl akuter Vergiftungsfälle und gesundheitlicher Komplikationen im Zusammenhang mit diesen Substanzen.


Um dem entgegenzuwirken, soll die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Aufsichtsbehörden intensiviert werden. Die tschechische Polizei wird landesweite Kontrollaktionen koordinieren, die gezielt auf den illegalen Handel mit Kratom und synthetischen Cannabinoiden abzielen. Parallel dazu arbeitet das zuständige Regierungsressort an einer engeren Abstimmung zwischen den beteiligten Institutionen sowie an möglichen gesetzlichen Anpassungen.


Der neue Aktionsplan, der im Juni der Regierung vorgelegt werden soll, setzt neben Prävention und Marktregulierung auch auf den Ausbau und die Verbesserung suchtmedizinischer Angebote. Damit will die Regierung auf die sich wandelnden Herausforderungen im Bereich der Abhängigkeitspolitik umfassend reagieren.

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