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Fast die Hälfte der bei Fahrradunfällen in Tschechien verletzten Kinder trug keinen Helm

Bei Unfällen mit E-Scootern und Tretrollern hatten sogar mehr als 60 Prozent der verletzten Kinder keinen Kopfschutz

Fast die Hälfte der bei Fahrradunfällen in Tschechien verletzten Kinder trug keinen Helm
Foto: Ministerstvo dopravy ČR

Im Sommer sind besonders viele Kinder mit Fahrrädern, Tretrollern und E-Scootern unterwegs. Eine neue Analyse zeigt jedoch, dass ein großer Teil der bei Verkehrsunfällen verletzten Kinder keinen Helm getragen hat.


Eine aktuelle Auswertung der Abteilung BESIP im tschechischen Verkehrsministerium und des Zentrums für Verkehrsforschung macht auf erhebliche Sicherheitsrisiken für junge Verkehrsteilnehmer aufmerksam. Demnach trug fast die Hälfte der bei Unfällen verletzten Radfahrer im Alter von bis zu 14 Jahren keinen Schutzhelm. Bei Tretrollern und E-Scootern lag der Anteil sogar bei mehr als 60 Prozent.


Für die Analyse wurden alle von der Polizei registrierten Verkehrsunfälle zwischen Januar 2023 und Juni 2026 ausgewertet. In diesem Zeitraum ereigneten sich insgesamt 1.748 Unfälle, an denen Radfahrer im Alter von bis zu 14 Jahren beteiligt waren.


Dabei kamen zwei Kinder ums Leben, 65 wurden schwer und weitere 1.286 leicht verletzt. Von insgesamt 1.353 verletzten jungen Radfahrern trugen 613 keinen Helm. Das entspricht einem Anteil von 45,3 Prozent.


„Ein Schutzhelm ist ein einfaches, aber sehr wirksames Mittel, das einem Kind bei einem Sturz oder Zusammenstoß das Leben retten kann. Für alle Radfahrer unter 18 Jahren ist das Tragen eines Helms gesetzlich vorgeschrieben. Die wichtigste Rolle spielen jedoch die Eltern“, erklärte Verkehrsminister Ivan Bednárik. Eltern könnten ihren Kindern vermitteln, bei jeder Fahrt einen Helm zu tragen – auch auf einem Tretroller oder E-Scooter.


Hoher Anteil ohne Helm bei E-Scootern


Besonders hoch war der Anteil der Kinder ohne Helm bei Tretrollern, E-Scootern und Elektrofahrrädern. Von den 970 verletzten Kindern auf herkömmlichen Fahrrädern trugen 360 keinen Helm, was einem Anteil von 37,1 Prozent entspricht. Bei Elektrofahrrädern waren 15 von 24 verletzten Kindern ohne Helm unterwegs (62,5 Prozent), bei klassischen Tretrollern 97 von 143 (67,8 Prozent) und bei E-Scootern 139 von 213 (65,3 Prozent).


Tatsächliche Zahl der Verletzten dürfte höher sein


Die Auswertung berücksichtigt ausschließlich Unfälle, die von der tschechischen Polizei registriert wurden. Die tatsächliche Zahl verletzter Kinder könnte daher höher sein, da insbesondere weniger schwere Unfälle nicht immer gemeldet werden.


„Die Statistiken bestätigen, dass das Tragen eines Schutzhelms noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, obwohl er entscheidenden Einfluss auf die Schwere der Unfallfolgen haben kann“, erklärte der Leiter der BESIP-Abteilung, Tomáš Neřold.


BESIP setzt deshalb langfristig auf Verkehrserziehung an Grundschulen und unterstützt gezielte Aufklärungskampagnen anderer Organisationen. Dazu gehören unter anderem das Projekt „Na kole jen s přilbou“ (Mit dem Fahrrad nur mit Helm) – des Teams für Verkehrssicherheit sowie das Projekt „Bezpečně na elektrokoloběžce“ (Sicher mit dem E-Scooter).

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