Prager Platz Jiřího z Poděbrad nach umfassender Umgestaltung wiedereröffnet
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120 neue Bäume, moderne Wasseranlagen und mehr Platz für Märkte und Veranstaltungen

Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit ist die umfassende Revitalisierung des Platzes Jiřího z Poděbrad abgeschlossen. Die Neugestaltung verbindet historische Stadtplanung mit moderner blau-grüner Infrastruktur und schafft mehr Raum für Erholung, Märkte und kulturelle Veranstaltungen.
Prag hat die umfassende Revitalisierung des Platzes Jiřího z Poděbrad abgeschlossen. Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit präsentiert sich einer der bekanntesten öffentlichen Plätze der tschechischen Hauptstadt in einem völlig neuen Erscheinungsbild. Die Umgestaltung soll den bislang zergliederten Raum vereinheitlichen, seine historische Struktur stärken und ihn wieder zu einem lebendigen Treffpunkt für Bewohner und Besucher machen.
Zum Abschluss der Arbeiten wurden insgesamt 120 neue Bäume gepflanzt. Hinzu kommen neue Rasenflächen, Wasserelemente, ein vergrößerter Kinderspielplatz, zahlreiche Sitzgelegenheiten sowie eine moderne technische Infrastruktur für Märkte und kulturelle Veranstaltungen. Gleichzeitig entstand vor der Kirche des Heiligsten Herzens des Herrn (Kostel Nejsvětějšího Srdce Páně) ein großzügiger Vorplatz, der künftig für Veranstaltungen und den täglichen Aufenthalt genutzt werden kann.

Der Platz Jiřího z Poděbrad zählt zu den wichtigsten öffentlichen Räumen in Prag und gilt als Zentrum der Stadtteile Vinohrady und Žižkov. Neben den beliebten Bauernmärkten prägen Cafés, Schulen und zahlreiche Nachbarschaftsveranstaltungen das Leben rund um den Platz.
Die Umgestaltung erfolgte nach den Plänen des Architekturbüros MCA atelier von Pavla Melková und Miroslav Cikán. Das Konzept orientiert sich an den städtebaulichen Prinzipien des slowenischen Architekten Josip Plečnik, der in den 1920er Jahren die benachbarte Kirche entwarf. Die westliche Seite des Platzes wurde als offener und repräsentativer Stadtraum gestaltet, während der östliche Bereich mit großzügigen Grünflächen, schattenspendenden Bäumen und Ruhezonen einen eher parkähnlichen Charakter erhielt.

Besonderes Augenmerk lag auf der Anpassung an den Klimawandel. Die neue Gestaltung setzt auf sogenannte blau-grüne Infrastruktur. Regenwasser wird direkt vor Ort gesammelt und gespeichert, anstatt in die Kanalisation abgeleitet zu werden. Die Bäume wurden in speziell vorbereitete Pflanzräume gesetzt, deren Boden mit Kompost und Pflanzenkohle angereichert wurde. Zudem kommen wasserdurchlässige Oberflächen sowie klimaresistente Rasenflächen zum Einsatz.
Nach Abschluss der Arbeiten stehen auf dem Platz nun insgesamt 194 Bäume, davon 120 Neupflanzungen. Ergänzt werden sie durch Trinkbrunnen, Nebeldüsen, Fahrradständer, neue Sitzbänke und weitere Ausstattungselemente. Die bestehende Brunnenanlage des Bildhauers Petr Šedivý wurde ebenfalls modernisiert und mit Wasserdüsen, Beleuchtung sowie einem flachen Wasserbereich zum Spielen ergänzt.

Auch die Bauernmärkte profitieren von der Umgestaltung. Sie verfügen künftig über bessere technische Einrichtungen und mehr Platz. Gleichzeitig schafft die neue zentrale Platzfläche zusätzliche Möglichkeiten für Konzerte, kulturelle Veranstaltungen und andere öffentliche Aktivitäten.
Die Bauarbeiten begannen am 4. Januar 2024. Nun wird der Platz sogar früher als ursprünglich geplant für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Gesamtkosten der Revitalisierung belaufen sich auf rund 470 Millionen Kronen ohne Mehrwertsteuer. Zusätzlich flossen knapp 70 Millionen Kronen aus europäischen Fördermitteln in das Projekt.

Mit der Wiedereröffnung erhält Prag einen der wichtigsten öffentlichen Räume der Stadt in neuer Form zurück. Die Umgestaltung verbindet historische Stadtplanung mit modernen Anforderungen an Klimaschutz, Aufenthaltsqualität und städtisches Leben.





