Prager Nationaltheater startet umfassende Sanierung der Neuen Szene
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Die Arbeiten sollen rund zwei Jahre dauern – das Projekt gilt als eine der wichtigsten Investitionen in die tschechische Kulturlandschaft der kommenden Jahre

Das Nationaltheater in Prag hat mit der umfassenden Rekonstruktion der Neuen Szene begonnen. Im Fokus steht dabei der Erhalt der ursprünglichen Architektur, die behutsam mit moderner Technik ergänzt wird. So soll das Gebäude seinen Charakter bewahren und gleichzeitig den Anforderungen eines zeitgemäßen Theaterbetriebs gerecht werden.
Das Národní divadlo hat am Dienstag offiziell mit der umfassenden Sanierung der Nová scéna (Neue Szene) begonnen. Den Auftakt markierte die Übergabe des geräumten Gebäudes an das Baukonsortium unter Führung von Metrostav CZ. Die Bauarbeiten sollen rund zwei Jahre in Anspruch nehmen. Das Auftragsvolumen liegt bei knapp 1,81 Milliarden Kronen.
Vor dem Baustart verschafften sich unter anderem Premierminister Andrej Babiš und Kulturminister Oto Klempíř gemeinsam mit Vertretern des Nationaltheaters und des Bauunternehmens einen letzten Eindruck vom Gebäude.

Modernisierung mit Blick auf die Zukunft
Mit der Sanierung soll die Neue Szene zu einem hochmodernen, multifunktionalen Theaterraum weiterentwickelt werden. Geplant ist unter anderem eine flexible Gestaltung von Zuschauerraum und Bühne, die sich dank moderner Technik je nach Inszenierung anpassen lassen.
Generaldirektor Jan Burian betonte, dass damit eine ursprüngliche Vision der Architekten und Künstler hinter dem Gebäude umgesetzt werde – nun allerdings mit den technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts. Auch Premierminister Babiš unterstrich die Bedeutung des Projekts: Die Neue Szene müsse sich zu einem zeitgemäßen Theater entwickeln, das sowohl künstlerische Innovation als auch hohen Komfort für Publikum und Künstler bietet.
Architektonisches Erbe bleibt erhalten
Trotz der umfassenden Modernisierung bleibt das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes unverändert. Auch zentrale architektonische Elemente im Inneren werden bewahrt und sorgfältig restauriert. Dazu zählen unter anderem die charakteristischen Verkleidungen aus grünem Serpentin, das markante Wendeltreppenhaus sowie das Lichtobjekt von Pavel Hlava und Jaroslav Štursa.

Erhalten bleibt zudem die ikonische Glasfassade mit rund 4.000 gläsernen Elementen des Künstlers Stanislav Libenský, die der Neuen Szene ihr unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht.
Nach Abschluss der Arbeiten wird die Neue Szene deutlich vielseitiger nutzbar sein. Geplant ist ein multifunktionaler Saal mit bis zu 500 Plätzen, variabler Akustik und moderner Bühnentechnik. Ergänzt wird das Angebot durch einen zusätzlichen kleineren Saal, Proberäume sowie neue Flächen für Bildungs- und Begleitprogramme.
Auch für Besucher soll die Aufenthaltsqualität steigen: Im Erdgeschoss entsteht eine neue Caféfläche, die das Theater stärker mit dem öffentlichen Raum am Václav-Havel-Platz verbindet.

Investition in die Zukunft der Kultur
Kulturminister Klempíř bezeichnete die Rekonstruktion als Investition in die Zukunft der tschechischen Kultur. Neben der Pflege der Tradition gehe es vor allem darum, Raum für neue künstlerische Formen und internationale Zusammenarbeit zu schaffen.
Neben funktionalen Verbesserungen bringt das Projekt auch ökologische Vorteile: Beide Gebäude werden technisch modernisiert, wodurch Energieverbrauch und Betriebskosten deutlich gesenkt werden sollen. Národní divadlo (Tschechisches Nationaltheater)








