Prager Burg: Die Goldene Gasse erhält einen neuen Anstrich
Nach 15 Jahren erhalten die bunten Häuschen der weltbekannten Zlatá ulička eine Auffrischung

Die historischen bunten Häuschen der Goldenen Gasse auf der Prager Burg werden in den kommenden Monaten restauriert. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Etappen, sodass die beliebte Sehenswürdigkeit für Besucher geöffnet bleibt.
Die Goldene Gasse (Zlatá ulička) auf der Prager Burg wird umfassend restauriert. Fachleute haben mit der Sanierung der farbenfrohen Fassaden begonnen. Ziel ist es, das historische Erscheinungsbild der kleinen Häuser zu bewahren und Schäden durch Witterungseinflüsse zu beseitigen.
Die letzte größere Sanierung der Goldenen Gasse liegt bereits 15 Jahre zurück. Inzwischen haben Wind und Wetter deutliche Spuren an den Fassaden hinterlassen. An einigen Gebäuden sind größere Risse entstanden.
„Täglich gehen Tausende Besucher durch die Gasse. Wir möchten, dass sie ihren Besuch in guter Erinnerung behalten“, erklärt Pavel Vyhnánek, Direktor der Verwaltung der Prager Burg.

Im Zuge der Restaurierung werden die Fassaden zunächst von Schmutz und ungeeigneten Farbschichten befreit. Anschließend schließen Fachleute vorhandene Risse mithilfe eines speziellen Injektionsverfahrens. Auch Fenster, Türen und einige Schornsteine werden instand gesetzt.
Besonderes Augenmerk gilt den charakteristischen Farben der kleinen Häuser. Die Restauratoren orientieren sich am Erscheinungsbild von 1955, als der Architekt Pavel Janák gemeinsam mit dem Künstler Jiří Trnka die Gasse neu gestaltete.
Die Arbeiten beginnen am Haus Nummer 12 in der Nähe des Daliborka-Turms und werden schrittweise entlang der Gasse fortgesetzt. Haus Nummer 19 bleibt zunächst ausgenommen. Aufgrund statischer Probleme plant die Burgverwaltung dort ein eigenständiges Sanierungsprojekt. Die Kosten für die Restaurierung belaufen sich auf rund 6,5 Millionen Kronen. Da die Arbeiten in mehreren Etappen durchgeführt werden, soll der Besucherverkehr nicht eingeschränkt werden.
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Prager Burg
Die Geschichte der Goldenen Gasse reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1597 erlaubte Kaiser Rudolf II. den Burgschützen, kleine Wohnräume in den Bögen der nördlichen Burgmauer einzurichten. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit die heutige Häuserzeile.
Nach der Auflösung der Burgschützen unter Kaiser Joseph II. wurden die kleinen Häuser vermietet und später mehrfach umgestaltet. 1952 gingen sie in den Besitz des Staates über. Anschließend wurde die Gasse restauriert und als historisches Beispiel für die Wohnverhältnisse ärmerer Bevölkerungsschichten präsentiert.
Heute zählt die Goldene Gasse mit ihren bunten Häuschen zu den bekanntesten und meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Prager Burg.










