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Prag unterstützt Feiern zum 17. November mit 700.000 Kronen

vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

Die Stadt reagiert damit auf den Rückzug staatlicher Fördermittel für Veranstaltungen zum Jahrestag der Samtenen Revolution

Prag unterstützt Feiern zum 17. November mit 700.000 Kronen
Foto: Portál hlavního města Prahy

Die Stadt Prag stellt insgesamt 700.000 Kronen für Veranstaltungen zum 17. November bereit. Mit dem Geld sollen die traditionellen Gedenkfeiern zur Samtenen Revolution unterstützt und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen finanziert werden.


Der Prager Stadtrat hat beschlossen, zwei Vereine finanziell zu unterstützen, die sich für die Erinnerung an die Ereignisse des 17. November 1989 sowie für demokratische Werte und gesellschaftliches Engagement einsetzen. Der Verein Díky, že můžem erhält 300.000 Kronen, weitere 400.000 Kronen gehen an Nerudný fest. Die Mittel stammen aus dem Prager Stadthaushalt für 2026.


Gleichzeitig kritisierten die Stadträte die Entscheidung der tschechischen Regierung, die finanzielle Unterstützung für Organisationen einzustellen, die Veranstaltungen zum Jahrestag der Samtenen Revolution organisieren.


Mehr Geld für Sicherheit und einen würdigen Ablauf


Die beiden geförderten Vereine gehören zu den wichtigsten Organisatoren der jährlichen Gedenkveranstaltungen in Prag. Díky, že můžem veranstaltet unter anderem das traditionelle Straßenfest Korzo Národní auf der Národní třída. Der seit 2008 bestehende Verein Nerudný fest organisiert das Koncert pro budoucnost (Konzert für die Zukunft ) das zu den zentralen Veranstaltungen auf dem Wenzelsplatz zählt.


„Die Hauptstadt unterstützt die Vereine, die die Feierlichkeiten zum 17. November organisieren, bereits seit Langem. Nun haben wir beschlossen, die finanzielle Unterstützung zu erhöhen“, erklärte der stellvertretende Prager Oberbürgermeister Petr Hlaváček. Die zusätzlichen Mittel seien vor allem für Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen, damit die Veranstaltungen ruhig und würdevoll stattfinden könnten.


Prag unterstützt Feiern zum 17. November mit 700.000 Kronen
Foto: Koncert pro budoucnost

Prager Stadtführung kritisiert Entscheidung der Regierung


Prags Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda betonte die historische Bedeutung des 17. November. Er gehöre einer Generation an, die noch selbst erlebt habe, was es bedeute, in einem Land ohne Meinungsfreiheit zu leben. Damals hätten Menschen aufgrund ihrer Überzeugungen ihren Arbeitsplatz, ihre Ausbildungsmöglichkeiten oder sogar ihre persönliche Freiheit verlieren können.


Für ihn sei der 17. November deshalb weit mehr als ein historischer Gedenktag. Er erinnere an den Mut derjenigen, die sich gegen die Unfreiheit gestellt hätten, und zugleich an die Verantwortung nachfolgender Generationen.


„Demokratie und Freiheit sind kein selbstverständliches Erbe. Sie sind die Verantwortung jeder neuen Generation“, erklärte Svoboda. Prag unterstütze die diesjährigen Gedenkveranstaltungen daher nicht nur finanziell, sondern auch aus grundsätzlicher Überzeugung.


Prag unterstützt Feiern zum 17. November mit 700.000 Kronen
Foto: Korzo Národní | Tschechien News

Große Solidarität aus der Bevölkerung


Nachdem Kulturminister Oto Klempíř bekannt gegeben hatte, dass der Staat die Veranstaltungen nicht finanziell unterstützen werde, setzte eine große Welle der Solidarität aus der Bevölkerung ein. Nach einem Spendenaufruf, mit dem die Gedenkveranstaltungen zum 17. November dennoch ermöglicht werden sollten, kamen rund neun Millionen Kronen zusammen.


„Mit einer solchen Welle der Solidarität haben wir nicht gerechnet und danken dafür von ganzem Herzen. Gleichzeitig fühlen wir uns allen gegenüber, die sich entschieden haben, uns zu unterstützen, besonders verpflichtet. Deshalb möchten wir transparent darüber informieren, wie wir die gespendeten Gelder verwenden werden“, erklärten die Veranstalter auf ihrer Webseite.


17. November erinnert an zwei historische Ereignisse


Der 17. November ist in Tschechien ein staatlicher Feiertag und erinnert sowohl an die Studentenproteste gegen die nationalsozialistische Besatzung im Jahr 1939 als auch an den Beginn der Samtenen Revolution 1989, die zum Ende der kommunistischen Herrschaft in der damaligen Tschechoslowakei führte.


Prag unterstützt Feiern zum 17. November mit 700.000 Kronen
Foto: Korzo Národní

In diesem Jahr jähren sich die Ereignisse vom November 1989 zum 37. Mal. Die Prager Stadtverwaltung betrachtet die Unterstützung entsprechender Gedenkveranstaltungen als wichtigen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft.


Zugleich appellierte der Stadtrat an alle Teilnehmer, bei den Veranstaltungen am 17. November gegenseitige Rücksicht zu nehmen, damit das Gedenken an die Samtene Revolution in einer friedlichen und würdevollen Atmosphäre stattfinden kann.

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