Journalismus über Grenzen hinweg: Deutsch-Tschechischer Journalistenpreis 2026 in Frankfurt verliehen
Ausgezeichnet wurden journalistische Beiträge, die neue Perspektiven auf das jeweilige Nachbarland eröffnen.

Zum elften Mal hat der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds journalistische Arbeiten ausgezeichnet, die neue Perspektiven auf das jeweilige Nachbarland eröffnen und zur Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen beitragen.
Am Freitagabend, dem 6. November, wurde in Frankfurt am Main der Deutsch-Tschechische Journalistenpreis 2026 verliehen. Knapp 200 Gäste aus Politik, Gesellschaft und Medien beider Länder nahmen an der Preisverleihung in der Volksbühne im Großen Hirschgraben teil.
Unter dem Motto „Journalismus, der verbindet“ würdigte der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds bereits zum elften Mal herausragende journalistische Beiträge, die das gegenseitige Verständnis fördern und sich auch mit schwierigen Fragen der gemeinsamen Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen.
Die diesjährigen ausgezeichneten Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit dem Sudetendeutschen Tag in Brünn, erzählen von Begegnungen über die deutsch-tschechische Grenze hinweg und beleuchten den Umgang mit einer Naturkatastrophe.
Journalismus soll neue Perspektiven eröffnen
„Guter Journalismus macht neugierig – auf Menschen, ihre Geschichten und ihre Sicht auf die Welt. Genau das brauchen wir auch zwischen Deutschen und Tschechen. Denn Nachbarn zu sein heißt noch lange nicht, einander zu verstehen“, erklären Susanne Sehlbach und Tomáš Jelínek von der Geschäftsführung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

Die diesjährigen Preisträger würden genauer hinschauen, unbequeme Fragen stellen und unterschiedlichen Stimmen Raum geben. Ihre Arbeit trage dazu bei, das Nachbarland besser zu verstehen und zugleich die eigene Sichtweise zu hinterfragen.
Jury betont Bedeutung unabhängiger Medien
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds vergibt die Auszeichnung gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und dem Journalistensyndikat der Tschechischen Republik (Syndikát novinářů ČR). Über die Preisträger entscheidet eine deutsch-tschechische Jury aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten beider Länder.
Der diesjährige Juryvorsitzende Peter Lange ging in seiner Eröffnungsrede insbesondere auf die Bedeutung professioneller und öffentlich-rechtlicher Medien für die Verständigung zwischen Deutschland und Tschechien ein.
Er warnte davor, dass finanzielle Einschnitte bei Medien langfristig auch die Qualität journalistischer Berichterstattung beeinträchtigen könnten. Gerade aufwendige Recherchen und Produktionen, die über das tagesaktuelle Nachrichtengeschäft hinausgehen, seien auf ausreichende finanzielle Mittel angewiesen.
Sollten solche Beiträge künftig seltener werden, könnten die Menschen auf beiden Seiten der Grenze weniger übereinander erfahren. Dies hätte möglicherweise auch Folgen für das gegenseitige Verständnis, erklärte Lange.
Die Preisträger 2026
Kategorie Text
Vladimír Ševela: Do Brna! Rozruchu navzdory, Hospodářské noviny, 22.05.2026.
Maria Oberleitner, Wolfgang Würth, Magdalena Becher: Aus böhmischen Dörfern, Oberpfalz-Medien (Der neue Tag/Amberger Zeitung), 29.11.2025.
Kategorie Audio
Tomáš Kremr: Brněnská jedenáctka speciál: Velká reportáž ze sjezdu sudetských Němců v Brně, Český rozhlas, 28.06.2026.
Olga Hochweis: Die tschechische Comicautorin und Illustratorin Štěpánka Jislová, Deutschlandfunk Kultur, 05.06.2026.
Kategorie Multimedia
Jana Gerleová: Fantomová hranice, Česká televize, ČT1, 25.05.2026.
Bettina Wobst: Nationalparks – Brandherde und Naturparadiese?, ARTE Re, 16.06.2026.
Sonderpreis „Milena Jesenská“
Oliver Hach: Das Geheimnis der verschwundenen Dörfer im böhmischen Erzgebirge, Freie Presse, 12.03.2026.
Die Preisverleihung wurde live auf der Webseite des Tschechischen Fernsehens sowie über die Online-Plattform des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) übertragen. Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds










