Prag geht wieder gegen „Deštníkáři“ vor: Neue Regeln gegen Touristen-Abzocke
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Maßnahme richtet sich gegen missbräuchliche Praktiken sogenannter Schirmverkäufer, die Touristen überteuerte Stadtrundfahrten anbieten

Mit Tricks locken sogenannte „Deštníkáři“ Touristen in Prag – nun zieht die Stadt Konsequenzen. Der Stadtrat reagiert auf zunehmend kreative Täuschungsmaschen im öffentlichen Raum.
Der Prager Stadtrat hat am Montag eine Anpassung der Marktordnung beschlossen, die den Verkauf von Druckerzeugnissen durch sogenannte Kameloten in der städtischen Denkmalzone untersagt. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf zunehmenden Missbrauch des Straßenverkaufs durch Anbieter, die unter dem Vorwand legitimer Angebote gezielt Touristen ansprechen.
Im Fokus stehen dabei insbesondere die sogenannten „Deštníkáři“ (Schirmverkäufer), die laut Stadtverwaltung immer neue Methoden entwickeln, um ahnungslose Besucher zu täuschen. „Diese Anbieter sind äußerst kreativ, wenn es darum geht, Touristen in die Irre zu führen. Zunächst tarnten sie ihre Aktivitäten als öffentliche Spendensammlungen. Nachdem wir diese Praxis im vergangenen Jahr in der Denkmalzone und in Teilen von Prag 2 untersagt haben, begannen sie, überteuerte Stadtrundfahrten über ein Touristenmagazin mit beigefügtem Ticket für 750 Kronen zu verkaufen“, erklärte der Prager Stadtrat für Eigentum, Transparenz und Legislative, Adam Zábranský.
Besonders betroffen von diesen Praktiken sind stark frequentierte Orte im Stadtzentrum, darunter der Altstädter Ring mit seiner Haltestelle für Touristenbusse sowie der Náměstí Republiky.
Nach Angaben der Stadt soll die Neuregelung jedoch keine negativen Auswirkungen auf etablierte Straßenverkäufer haben. Insbesondere der Verkauf des Straßenmagazins Nový Prostor bleibt weiterhin möglich. In Abstimmung mit dem Verlag wurden insgesamt 68 Verkaufsstellen festgelegt – davon 45 in Prag 1 und 23 in Prag 2 –, an denen autorisierte Anbieter ihre Tätigkeit fortsetzen können. In der Vergangenheit haben die YouTuber Janek Rubeš und Honza Mikulka, besser bekannt als Prague Honest Guide, mehrfach auf dieses Problem hingewiesen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahme dazu beiträgt, die sogenannten „Deštníkáři“ endgültig zu verdrängen – oder ob sie bald wieder mit einer neuen Masche auf Touristenfang gehen.








