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Onsemi investiert zwei Milliarden Dollar in tschechische Chip-Produktion

Der US-Chip-Hersteller erweitert sein Werk in Rožnov pod Radhoštěm

Symbolfoto
Foto: Freepik (Symbolfoto)

Das amerikanische Halbleiterunternehmen Onsemi plant, seine Chip-Produktion im Werk in Rožnov pod Radhoštěm, Tschechien, erheblich zu erweitern. Insgesamt sollen zwei Milliarden Dollar (umgerechnet 46,3 Milliarden Kronen) in den Ausbau fließen, was diese Investition zu einer der größten ausländischen Investitionen in der Geschichte des Landes macht.


Neben Tschechien hat sich Onsemi auch für Investitionen in den Vereinigten Staaten und Südkorea entschieden, wo das Unternehmen weitere Produktionsstätten betreibt. Derzeit verhandelt Onsemi mit der tschechischen Regierung über ein Paket von Investitionsanreizen.


„Diese Investition könnte eine der wichtigsten in der Geschichte der Tschechischen Republik werden, nicht nur aufgrund ihres Umfangs, sondern auch wegen ihrer Bedeutung für die europäische Industrie und ihre globale Reichweite", sagte Jozef Síkela, der tschechische Minister für Industrie und Handel, gegenüber dem Nachrichtensender ČT24.


Die geplante Investition soll die Entwicklung von Lieferketten und technischen Ausbildungsprogrammen fördern und könnte auch andere Unternehmen dazu anregen, in Tschechien zu investieren. „Die Tschechische Republik erweist sich erneut als attraktives Ziel für ausländische Investoren", fügte Síkela hinzu.


Finanzminister Zbyněk Stanjura (ODS) bestätigte, dass die Regierung in den kommenden Monaten die genauen Details des Investitionsanreizes mit Onsemi aushandeln werde, wobei Steuererleichterungen eine Option seien. Stanjura erwartet, dass die meisten neuen Arbeitsplätze mit tschechischen Arbeitnehmern besetzt werden. Onsemi kooperiert bereits eng mit tschechischen Universitäten, was die Rekrutierung von Fachkräften erleichtern dürfte. Sollte der tschechische Arbeitsmarkt nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte bieten, werde man auch im Ausland suchen, ergänzte Síkela.


Premierminister Petr Fiala (ODS) prognostiziert ebenfalls positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Er rechnet damit, dass die Anzahl der Arbeitsplätze im Werk Rožnov von derzeit 1.700 auf etwa 3.000 steigen wird. Zudem könnte die Qualität der Arbeitsplätze in den nachgelagerten Sektoren zunehmen, was zu höheren Löhnen in der Region führen könnte.


Simon Keeton, Executive Vice President und General Manager der Power Solutions Group bei Onsemi, betonte die lange Tradition der Tschechischen Republik in der Produktion von Halbleitern und Halbleitermaterialien. Onsemi habe in den letzten zehn Jahren bedeutende Investitionen in der Region getätigt und stellt derzeit Siliziumkarbid-Halbleiterscheiben in Tschechien her.


Sobald die Investitionsanreize von der tschechischen Regierung genehmigt sind, müssen sie noch von der Europäischen Kommission bestätigt werden. Aleš Cáb, Vizepräsident und Produktionsdirektor bei Onsemi, rechnet damit, dass dieser Prozess etwa sechs Monate dauern wird. „Wir erwarten die erste Produktionssteigerung im Jahr 2027 und eine schrittweise Erhöhung auf die endgültige Kapazität in den folgenden Jahren", sagte Cáb abschließend.

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