Neubauwohnungen in Prag: Preise steigen, Angebot sinkt weiter
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Die Nachfrage nach neuen Wohnungen wurde unter anderem durch gesunkene Hypothekenzinsen angeheizt

Der Prager Wohnungsmarkt bleibt weiterhin in Bewegung: Die Preise für Neubauwohnungen steigen auf Rekordniveau, während das Angebot weiter schrumpft. Experten warnen, dass die hohe Nachfrage den Markt noch länger stark belasten wird.
Der Prager Wohnungsmarkt hat 2025 ein Rekordjahr erlebt. Insgesamt wechselten 7.800 neue Wohnungen den Eigentümer – ein Anstieg von rund 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig erreichten die Preise historische Höchststände und nähern sich der Marke von 180.000 CZK pro Quadratmeter. Das Angebot hingegen sank im Jahresvergleich um 10 Prozent und deckt weiterhin bei weitem nicht den Bedarf des Marktes. Dies geht aus einer Analyse der Entwickler Central Group, Skanska und Trigema hervor.
Die Nachfrage nach neuen Wohnungen wurde unter anderem durch die gesunkenen Hypothekenzinsen auf rund 4,5 % und das hohe Volumen an vergebenen Hypotheken in Höhe von 321 Milliarden Kč angeheizt. Auch die Unsicherheit an den Aktienmärkten sowie eine nachgeholte Nachfrage aus den Jahren 2022–2023 trugen zum starken Kaufinteresse bei. Besonders gefragt bleiben Zwei-Zimmer-Wohnungen (2+kk) und Einzimmerwohnungen (Garsonièren).
„Der Verkauf von fast 8.000 Wohnungen ist ein absoluter Rekord, doch der Markt wird durch die weiterhin problematischen Baugenehmigungsprozesse und stark gestiegene Baukosten gebremst“, kommentiert Dušan Kunovský, Vorstandsvorsitzender der Central Group.
Preise erreichen neue Höchststände – Anstieg um 11 Prozent
Im vierten Quartal setzte sich der Anstieg der Durchschnittspreise neuer Wohnungen fort. Die Angebotspreise stiegen auf durchschnittlich 177.631 CZK/m², ein Plus von 9 Prozent im Jahresvergleich. Die realen Verkaufspreise kletterten sogar auf 174.375 CZK/m², ein Anstieg von 11 Prozent.
Die meisten Verkäufe verzeichnete Prag 9 mit rund 23 % aller verkauften Neubauwohnungen in der Hauptstadt. Die niedrigsten Durchschnittspreise liegen ebenfalls in Prag 9 (ca. 163.000 Kč/m²), die höchsten in Prag 2 (über 233.000 Kč/m²).
Die unzureichende Angebotsentwicklung wird auch durch die langsamen Genehmigungsverfahren und die Verzögerung bei der Digitalisierung im Bauwesen verstärkt. Laut Statistik wurden von Januar bis November 2025 nur 5.280 neue Wohnungen genehmigt – ein Rückgang von fast 17 % gegenüber dem Vorjahr. Experten rechnen auch 2026 nicht mit einer Entspannung: Erst nach Anpassungen des neuen Baugesetzes und des Metropolplans ab 2027 könnte sich das Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot etwas verringern.





