Nach jahrelanger illegaler Nutzung: Bekanntes Prager Bordell Showpark zieht um
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Bereits 2019 hatte ein Gericht rechtskräftig die Räumung der Halle 18 im Marktareal Holešovice angeordnet

Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten endet die illegale Nutzung der Halle 18 im Marktareal Holešovice. Das bekannte Prager Bordell Showpark verlässt das Areal noch vor der angesetzten Zwangsräumung und zieht an einen neuen Standort um.
Nach jahrelangen Gerichtsverfahren und wiederholten Verzögerungen hat die Stadt Prag eine Lösung im Streit um die illegale Nutzung der Halle 18 im Areal der Holešovická tržnice erreicht. Der Betreiber des Freudenhauses Showpark, die Firma E.R.O.C., kündigte an, die städtischen Räumlichkeiten noch vor dem angesetzten Termin der Zwangsräumung zu verlassen und in neue Räume außerhalb des Marktgeländes umzuziehen.
Bereits 2019 hatte ein Gericht rechtskräftig die Räumung der Halle angeordnet. Dennoch gelang es dem Unternehmen, die Umsetzung der Entscheidung fast sechs Jahre lang durch weitere rechtliche Schritte hinauszuzögern. Erst nachdem der Gerichtsvollzieher ankündigte, am 27. Januar 2026 ohne weiteren Aufschub eine Zwangsräumung durchzuführen, kam Bewegung in den Fall.
Der neue Erotikclub eröffnet in unmittelbarer Nähe einer der meistfrequentierten Metrostationen Prags, I. P. Pavlova, in der Straße Na Bojišti. Dort befand sich bis zur Corona-Pandemie bereits eine Filiale des Unternehmens.
Der für städtisches Eigentum zuständige Prager Stadtrat Adam Zábranský begrüßte die Entscheidung. Der Erotikclub in der Halle 18 habe die Entwicklung der Holešovická tržnice erheblich belastet, erklärte Zábranský. Das Objekt sei Teil eines Altbestands aus der Zeit des früheren Betreibers, der 1995 einen Mietvertrag mit einer Laufzeit von 50 Jahren abgeschlossen habe. Der Rechtsstreit habe sich seit 2012 hingezogen – nicht zuletzt aufgrund von Verzögerungstaktiken der Gegenseite sowie der Langsamkeit der Justiz. Nun stehe das Ende eines mehr als zehnjährigen Konflikts bevor.
Verwalterin des Areals ist die städtische Gesellschaft Výstaviště Praha. Deren Vorstandsvorsitzender Tomáš Hübl verwies darauf, dass die Firma E.R.O.C. die Halle ohne gültigen Vertrag genutzt habe und daher keine Miete gezahlt worden sei. Aus diesem Grund habe die Stadt entgangene Einnahmen geltend gemacht, die sich auf rund sieben Millionen Kronen pro Jahr belaufen. Diese Mittel fehlten nun für die Weiterentwicklung des Areals.
Nach dem Auszug des Freudenhauses soll zunächst der bauliche Zustand der Halle umfassend geprüft werden. Das Gebäude sei über Jahre hinweg nicht ordnungsgemäß instand gehalten worden. Die künftige Nutzung hängt laut Hübl vom Umfang der notwendigen Sanierung und den finanziellen Möglichkeiten der Stadt ab. Langfristig sei eine Kombination aus Büro- und Geschäftsflächen sowie einer Polizeidienststelle vorgesehen. Die erforderlichen Investitionen könnten mehr als 200 Millionen Kronen betragen, die Sanierung mehrere Jahre dauern. Übergangsweise könnten die Räume etwa für Ateliers oder Werkstätten genutzt werden.





