Prag plant neue Ausstellung im Untergrund des Altstädter Rathauses
- Tschechien News

- 4. März
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Moderne Audiovisuell-Installation soll historische Räume neu erlebbar machen

Mit der geplanten Rekonstruktion des Untergrunds des Altstädter Rathauses bereitet Prag auch eine neue multimediale Ausstellung vor. Moderne Projektionen und audiovisuelle Elemente sollen die historischen Räume künftig auf neue Weise erlebbar machen.
Die Stadt Prag treibt die Vorbereitungen für die geplante Rekonstruktion des Untergrunds des Altstädter Rathauses (Staroměstská radnice) weiter voran. Parallel dazu arbeitet die städtische Gesellschaft Prague City Tourism an einer umfangreichen Ausstellung mit dem Titel „Strážci Prahy“ (Wächter Prags). Die Ausstellung soll Teil der revitalisierten Räume werden und die klassischen Führungen durch den historischen Untergrund künftig um moderne audiovisuelle Elemente erweitern.
Geplant ist ein innovatives Konzept unter dem Namen „Guide 2.0“. Dabei wird die traditionelle Führung durch visuelle Projektionen, Videomapping und eine umfangreiche audiovisuelle Inszenierung ergänzt. Der Guide übernimmt dabei eine aktivere Rolle und steuert während der Führung die multimedialen Inhalte, wodurch der Rundgang zu einem dynamischen Erlebnis werden soll. Nach aktuellen Planungen könnten Besucher das erneuerte unterirdische Areal in etwa zwei Jahren besichtigen.

Prague City Tourism will mit dem Projekt das bestehende Angebot erweitern. „Gemeinsam mit dem Magistrat der Hauptstadt Prag möchten wir unsere bisherigen Rundgänge ausbauen und Besuchern des Altstädter Rathauses neue Bereiche zugänglich machen. Parallel zur Revitalisierung bereiten wir eine aufwendige audiovisuelle Installation vor, die unter anderem die Geschichte des mittelalterlichen Prags thematisiert“, sagte František Cipro, Vorstandsvorsitzender von Prague City Tourism. Zugleich betonte er, dass es sich um ein weitläufiges System von Gängen handelt, von denen viele derzeit nicht zugänglich sind.
Die Führungen durch den Untergrund sollen weiterhin in Gruppen stattfinden. Der Guide wird jedoch nicht nur historische Fakten vermitteln, sondern auch aktiv audiovisuelle Elemente während des Rundgangs auslösen und so den Besuch zu einem immersiven Erlebnis machen.

„Der Untergrund ist selbst ein Ausstellungsobjekt. Die geplante audiovisuelle Installation wird bedeutende Momente der böhmischen Geschichte mithilfe moderner Multimedia-Technologien zum Leben erwecken“, erläutert der Architekt Jiří Mašek, der das Ausstellungskonzept entworfen hat. Thematisch wird sich die Ausstellung unter anderem mit romanischen Häusern, der Entwicklung Prags in der Gotik sowie mit der Legende des Prager Golems beschäftigen. Teil der Ausstellung soll auch eine neue Golem-Skulptur des Bildhauers Jaroslav Róna sein, die in den unterirdischen Räumen einer ehemaligen Trafostation aufgestellt wird.
Die baulichen Anpassungen werden derzeit vorbereitet. Architekt Tomáš Malinský arbeitet aktuell an der Projektdokumentation, die im Frühjahr abgeschlossen sein soll. Anschließend plant die Stadt eine Ausschreibung für den Bauauftrag. Mit der eigentlichen Rekonstruktion könnte im kommenden Jahr begonnen werden; ein Jahr später sollen der erneuerte Untergrund und die neue Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Das Altstädter Rathaus (Staroměstská radnice) gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der tschechischen Hauptstadt. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 444.000 Menschen die Anlage. Rund 67.000 Beuscher nahmen an Führungen durch den romanisch-gotischen Untergrund teil.








