Mehr Polizeipräsenz am Brünner Hauptbahnhof: Sozialarbeiter begleiten Kontrollen
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Die Stadt reagiert damit auf zunehmende Probleme mit obdachlosen Menschen im Bereich des Hauptbahnhofs

Die Stadt Brünn reagiert auf zunehmende Probleme mit obdachlose Menschen im Bereich des Hauptbahnhofs. Künftig sollen dort verstärkt Polizeistreifen im Einsatz sein – begleitet von Sozialarbeitern, die den Betroffenen Hilfe anbieten sollen.
Nach Angaben der Stadt hält sich insbesondere vor dem Hauptbahnhof regelmäßig eine größere Zahl obdachloser Menschen auf. Dabei komme es immer wieder zu Verstößen gegen städtische Verordnungen und in einigen Fällen auch gegen geltende Gesetze. Um die Situation vor Ort zu verbessern und das Sicherheitsgefühl von Reisenden und Passanten zu stärken, wird die Stadtpolizei ihre Präsenz deutlich ausbauen.
Brünns Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková erklärte, dass stark frequentierte Orte wie Bahnhöfe für obdachlose Menschen besonders attraktiv seien, da dort die Chancen höher seien, Geld oder Essen zu erhalten. Gleichzeitig betonte sie, dass schwierige Lebenssituationen einzelner Menschen nicht zur Belastung oder Gefahr für andere werden dürften. Gerade mit Beginn des Frühlings nehme die Zahl obdachloser Menschen im Umfeld des Bahnhofs spürbar zu, ebenso wie Beschwerden über Belästigungen oder kleinere Ordnungswidrigkeiten.
Ab sofort sollen daher an Werktagen rund um die Uhr zwei Polizeistreifen am Hauptbahnhof im Einsatz sein. Jede Streife wird jeweils eine Seite des Bahnhofsumfelds überwachen. Unterstützung erhalten die Beamten regelmäßig von Sozialarbeitern, die versuchen sollen, mit obdachlosen Menschen in Kontakt zu treten und ihnen konkrete Hilfsangebote zu vermitteln.
Der Direktor der Brünner Stadtpolizei, Luboš Oprchal, bezeichnete den Bereich rund um den Hauptbahnhof als einen der am stärksten kontrollierten Orte der Stadt. Nach seinen Angaben führt die Polizei dort täglich etwa zwanzig gezielte Kontrollen durch und registriert monatlich bis zu 1.000 Einsätze oder Maßnahmen. Gleichzeitig verwies er auf gesetzliche Einschränkungen, die den Handlungsspielraum der Behörden begrenzen. So sei etwa das frühere Aufenthaltsverbot, das 2017 abgeschafft wurde, heute nicht mehr anwendbar.
Die Stadt Brünn sieht sich zudem mit einem weiteren Problem konfrontiert: Aufgrund ihres gut ausgebauten Netzes an sozialen Dienstleistungen ziehe die Stadt auch obdachlose Menschen aus anderen Regionen an. Viele würden etwa nach Aufenthalten in der Ausnüchterungsstation, der einzigen ihrer Art in der Region Südmähren, in Brünn bleiben.
Die Wirksamkeit der neuen Maßnahmen wollen Stadt und Polizei nach einigen Wochen gemeinsam auswerten. Gleichzeitig kündigte die Stadt an, das Thema Obdachlosigkeit und Konflikte im öffentlichen Raum künftig intensiver mit Stadtbezirken, Polizei, Sozialdiensten sowie regionalen und staatlichen Stellen zu diskutieren.





