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Mehr Fahrrad- und Scooter-Unfälle in Prag: Experten kritisieren fehlende Infrastruktur

Der Fahrradverkehr in Prag wächst seit Jahren kontinuierlich – gleichzeitig werde jedoch zu wenig in sichere Verkehrswege investiert

Mehr Fahrrad- und Scooter-Unfälle in Prag: Experten kritisieren fehlende Infrastruktur
Foto: Mirkos Tsarouchidis | Unsplash

Die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern und E-Scootern in Prag hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Auch die Zahl der Verletzten steigt weiter an. Die Organisation AutoMat sieht darin ein deutliches Zeichen dafür, dass die Fahrradinfrastruktur mit der wachsenden Nutzung nicht Schritt hält.


Laut einer neuen Anaylse der Organisation AutoMat wurden im vergangenen Jahr so viele Unfälle mit Fahrrädern und Scootern registriert wie noch nie zuvor. Während die Zahl schwerer Verletzungen wieder auf das Niveau früherer Jahre zurückging, stiegen die Gesamtzahlen bei Unfällen und leichten Verletzungen deutlich an. Laut AutoMat wächst der Fahrradverkehr in Prag seit Jahren kontinuierlich – gleichzeitig werde jedoch zu wenig in sichere Verkehrswege investiert.


Besonders kritisch sehen die Experten die langsame Entwicklung neuer Radwege. Im vergangenen Jahr entstanden in Prag lediglich vier Kilometer neuer geschützter Radinfrastruktur. Dabei handelte es sich ausschließlich um kombinierte Fuß- und Radwege in Randgebieten der Stadt. Bereits 2024 war kein einziger neuer Fahrradweg gebaut worden.


„Die Infrastrukturentwicklung hält mit der steigenden Nachfrage nach aktiver Mobilität nicht Schritt“, erklärte AutoMat in seiner Analyse. In Kombination mit dem zunehmenden motorisierten Verkehr entstehe dadurch eine gefährliche Situation für Radfahrer und Scooter-Nutzer.


Mehr Fahrrad- und Scooter-Unfälle in Prag: Experten kritisieren fehlende Infrastruktur
Foto: Freepik

Auch bei E-Scootern zeigt die Statistik einen deutlichen Anstieg. Die Zahl der registrierten Unfälle mit Elektro-Scootern stieg von 38 Fällen im Jahr 2023 auf zuletzt 106 Unfälle im Jahr 2025. Besonders auffällig sei zudem die stark gestiegene Zahl von Zusammenstößen zwischen E-Scootern und Fußgängern. Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr elf solcher Unfälle registriert – fast dreimal so viele wie noch 2024.


AutoMat weist allerdings darauf hin, dass die offiziellen Daten weiterhin Ungenauigkeiten enthalten. Elektrische Scooter würden teilweise noch fälschlicherweise als motorisierte Fahrzeuge erfasst, obwohl sie laut tschechischem Gesetz als nicht motorisierte Fahrzeuge gelten.


Interessant ist laut Analyse auch, dass nicht ausschließlich Sharing-Dienste für die steigenden Unfallzahlen verantwortlich gemacht werden können. Die Zahl der Unfälle mit privaten Fahrrädern und Scootern nehme ebenfalls zu.


Im Zentrum Prags bleibt vor allem die rechte Moldauufer-Route entlang der Vltava eine Problemzone. Besonders häufig kommt es laut der Analyse auf dem Smetanovo nábřeží zu gefährlichen Situationen. Auch Straßenbahnschienen stellen weiterhin ein erhebliches Risiko für Radfahrer dar. Im vergangenen Jahr kam es zu sieben Zusammenstößen zwischen Fahrrädern und Straßenbahnen – glücklicherweise endeten alle lediglich mit leichten Verletzungen.


Insgesamt starben vier Menschen bei Unfällen mit Fahrrädern oder Scootern. Zwei tödliche Unfälle ereigneten sich unter anderem auf der Strakonická-Straße sowie in Klánovice.


Trotz der steigenden Unfallzahlen zeigen die Daten laut AutoMat aber auch einen anderen Trend: Der Anteil der Unfälle, die direkt von Radfahrern oder Scooter-Fahrern verursacht wurden, sinkt leicht. Bei Zusammenstößen mit anderen Verkehrsteilnehmern lag die Hauptschuld zuletzt in weniger als 40 Prozent der Fälle bei den Nutzern nicht motorisierter Fahrzeuge.


AutoMat: Einsatz für bessere Lebensbedingungen in der Stadt


Die Organisation AutoMat setzt sich für bessere Lebensbedingungen in der Stadt ein. Sie unterstützt den öffentlichen Nahverkehr, den Fuß- und Radverkehr sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Autos. Gleichzeitig bringt der Verein Inspirationen aus europäischen Metropolen nach Prag und motiviert Menschen dazu, Straßen und öffentliche Räume aktiv mitzugestalten. Zudem beobachtet AutoMat politische Entscheidungen und setzt sich für eine effiziente Nutzung öffentlicher Gelder ein. Gemeinsam mit den Bewohnern möchte die Organisation eine Stadt schaffen, in der Menschen gerne leben.

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