Kulturzentrum Stalin auf der Prager Letná darf weitermachen
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Der Prager Stadtrat hat das Kulturzentrum wieder in die sogenannte Marktordnung aufgenommen

Nach monatelanger Unsicherheit ist die Zukunft des beliebten Treffpunkts auf der Prager Letná vorerst gesichert. Weiterhin ungelöst bleibt jedoch der schlechte bauliche Zustand des Sockels.
Das Kulturzentrum Stalin auf der Prager Letná kann seinen Betrieb fortsetzen. Der Prager Stadtrat hat die Einrichtung am ehemaligen Standort des Denkmals für den sowjetischen Diktator Josef Stalin wieder in die sogenannte Marktordnung der Hauptstadt aufgenommen.
Die Entscheidung fiel Anfang der Woche auf Antrag der Piraten. Zuvor hatte die Stadtregierung das Kulturzentrum aus der Verordnung gestrichen und damit dessen weiteren Betrieb gefährdet. Die Marktordnung legt fest, an welchen Orten in Prag gewerbliche Tätigkeiten ausgeübt werden dürfen.
Schlechter Zustand des Sockels
Grund für die ursprüngliche Streichung war nach Angaben der Stadträte der zunehmend schlechte bauliche Zustand des Sockels des früheren Stalin-Denkmals. Einzelne Teile der Konstruktion müssen regelmäßig gesichert werden. Der für Immobilien zuständige Stadtrat Adam Zábranský hatte deshalb im Frühjahr die Möglichkeit ins Gespräch gebracht, die Hohlräume im Sockel mit Schaumbeton auszufüllen.

„Prag geht seit Langem so mit diesem Ort um, dass jedes Jahr jene Stellen ausgebessert werden, die statisch am schlechtesten sind. Das ist jedoch keine wirkliche langfristige Lösung. Wir müssen überlegen, wie wir das Problem dauerhaft lösen“, sagte Zábranský.
Zábranský betonte, dass der Zustand der Überreste des Denkmals bereits regelmäßig begutachtet werde und die Stadt entsprechend den Ergebnissen der Gutachten handle. Eine langfristige Lösung müsse jedoch von der nächsten politischen Führung Prags gefunden werden.
Bereits im vergangenen Jahr Probleme
Das Kulturzentrum, das neben Getränken und Speisen auch Konzerte und weitere Veranstaltungen anbietet, hatte bereits im vergangenen Jahr Schwierigkeiten mit der Stadtverwaltung. Das Magistrat wollte den Mietvertrag zunächst nicht verlängern.
Als Grund nannte Zábranský damals, dass die Räume unter dem ehemaligen Denkmal entgegen der baurechtlich genehmigten Nutzung als Lager verwendet worden seien. Das Zentrum musste daraufhin vorübergehend schließen, nahm seinen Betrieb später jedoch im Außenbereich wieder auf.
Das Stalin-Denkmal wurde 1955 errichtet. Mit einer Höhe von mehr als 15 Metern, einer Breite von zwölf Metern und einer Länge von 22 Metern galt es seinerzeit als größte Gruppenskulptur Europas. Der Platz, der in den 1950er Jahren die Macht des autoritären Regimes symbolisieren sollte, hat im Lauf der Jahrzehnte eine völlig neue Bedeutung erhalten – als Symbol für Wandel, Offenheit und kulturelle Freiheit.
Stalin Letná








