top of page

Kliniken in Tschechien warnen vor Engpässen bei Blutspenden: Bis zu 100.000 freiwillige Spender fehlen

Blut spenden kann man nahezu in jeder Kreisstadt

Kliniken in Tschechien warnen vor Engpässen bei Blutspenden: Bis zu 100.000 freiwillige Spender fehlen
Foto: Michelle Gordon | Pixabay

Krankenhäuser in Tschechien schlagen Alarm: Die Spenderbasis altert rasant, zugleich nimmt das Interesse junger Erstspender spürbar ab. Jedes Jahr sinkt die Zahl der Spender – meist aus Altersgründen.


Tschechische Krankenhäuser sehen die Versorgung mit Blutspenden zunehmend unter Druck. Die Spenderregister altern, während deutlich weniger junge Menschen erstmals Blut spenden. Gleichzeitig wächst der Einfluss kommerzieller Plasmazentren, die mit finanzieller Entschädigung werben.


„Wir müssten unser Register um rund sechstausend regelmäßige Spender erweitern“, sagte Daniela Dušková, Leiterin der Transfusionsabteilung der Všeobecná fakultní nemocnice v Praze, gegenüber dem Nachrichtenportal Novinky.cz. Landesweit fehlten in Tschechien zwischen 80.000 und 100.000 freiwillige, unentgeltliche Blutspender.


Besonders groß sei der Mangel bei jungen Menschen. Jedes Jahr verliere man unwiederbringlich Hunderte Spender – meist aus Altersgründen, wegen gesundheitlicher Probleme oder durch Umzug. Für die Kliniken werde es dadurch zunehmend schwieriger, stabile Vorräte an Blut- und Transfusionspräparaten vorzuhalten.


Eine ähnliche Entwicklung meldet auch die Fakultní Thomayerova nemocnice im Prager Stadtteil Krč. „Unser Spenderregister wird älter und zugleich kleiner. Junge Spender kommen nur wenige nach“, erklärte Sprecher Petr Sulek gegenüber dem Nachrichtenportal. Die nach 2000 geborenen Jahrgänge seien zahlenmäßig schwächer und könnten die altersbedingt ausscheidenden Spender nicht ersetzen.


Die Transfusionsabteilung der Klinik versorgt neben dem eigenen Haus auch das benachbarte Institut klinické a experimentální medicíny (IKEM), wo der Bedarf besonders hoch ist. „Wir schaffen es, alles sicherzustellen, aber nur mit Mühe und in Zusammenarbeit mit Krankenhäusern außerhalb Prags“, räumte Sulek ein.


Auch in Mittelböhmen zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Leiterin der hämatologisch-transfusionsmedizinischen Abteilung im Krankenhaus Mladá Boleslav bestätigte einen landesweiten Abwärtstrend bei den Spenden, insbesondere bei jungen Erstspendern. Der aktuelle Bedarf könne zwar noch gedeckt werden, doch die Entwicklung bereite Sorgen.


Als möglicher Faktor gilt der Aufschwung kommerzieller Zentren für bezahlte Plasmaspenden. Während es zunehmend schwierig sei, klassische Blutpräparate für Patienten in tschechischen Kliniken zu sichern, ist Tschechien bei der Gewinnung von Plasma für die industrielle Verarbeitung äußerst erfolgreich. Laut Experten wird drei- bis viermal so viel Plasma entnommen, wie für den eigenen Bedarf notwendig wäre.


Blut spenden kann man nahezu in jeder Kreisstadt. Eine vorherige Untersuchung beim Hausarzt ist nicht erforderlich, alle notwendigen Schritte erfolgen direkt vor Ort. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite (CZ) des Tschechischen Roten Kreuzes.

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

bottom of page