Hochwertiges Pflaster und Begrünung der Gleise: Prag stellt neuen Straßenbahnstandard vor
Neue Vorgaben sollen die Gestaltung von Gleisanlagen und Haltestellen verbessern und die Planung erleichtern

Prags wachsendes Straßenbahnnetz soll auch das Stadtbild aufwerten. Ein neuer Leitfaden zeigt, wie sich Gleise und Haltestellen mit hochwertigen Materialien, durchdachter Ausstattung und Begrünung besser in den öffentlichen Raum einfügen lassen.
Die Stadt Prag hat einen neuen Standard für die Gestaltung von Straßenbahnstrecken vorgestellt. Das Dokument wurde vom Prager Institut für Planung und Entwicklung (IPR) gemeinsam mit den Prager Verkehrsbetrieben (DPP) erarbeitet. Es legt dar, wie Gleisoberflächen, Haltestellen und deren Ausstattung gestaltet werden sollen.
Der Leitfaden ergänzt den städtischen Katalog empfohlener Gestaltungselemente für öffentliche Räume. Ziel ist es, bewährte Lösungen für das rasch wachsende Straßenbahnnetz festzuhalten und bei künftigen Projekten anzuwenden.
„Das Prager Straßenbahnnetz entwickelt sich rasant. Wir erleben geradezu einen Straßenbahnboom“, erklärt der für Verkehr zuständige stellvertretende Oberbürgermeister Jaromír Beránek. Straßenbahnen sollten nicht nur die Verkehrsanbindung verbessern, sondern auch zur Aufwertung der öffentlichen Räume entlang ihrer Strecken beitragen.

Neue Strecke am Nationalmuseum als Beispiel
Der Standard enthält Empfehlungen zu Oberflächen, Ausführungsdetails und Stadtmobiliar. Welche Bedeutung diese Fragen haben, verdeutlicht die Größe des Netzes: Nach Angaben von IPR-Direktor Ondřej Boháč nehmen die Prager Straßenbahnanlagen eine Fläche von knapp 1,25 Millionen Quadratmetern ein.
Als gelungenes Beispiel nennt Boháč die kürzlich wieder in Betrieb genommene Strecke hinter dem Nationalmuseum. Dort zeige sich, wie der gezielte Einsatz hochwertiger Materialien einen zuvor wenig einladenden Ort in einen ansprechend gestalteten öffentlichen Raum verwandeln könne.

Trockenheitsverträgliche Pflanzen zwischen den Schienen
Neben städtisch geprägten Lösungen, wie sie etwa an der neuen Haltestelle Muzeum zu sehen sind, berücksichtigt der Leitfaden auch ungewöhnlichere Ansätze. Dazu zählt die Begrünung der Gleiszwischenräume mit trockenheitsverträglichen Pflanzen. Eine solche Lösung hat sich beispielsweise in der Nähe der Haltestelle Ládví bewährt.
Die Verkehrsbetriebe brachten vor allem ihre praktischen Erfahrungen in die Erarbeitung ein. Dabei ging es unter anderem darum, wie schnell sich einzelne Bestandteile der Gleisanlagen ein- und ausbauen lassen, welche Betriebskosten entstehen und wie Materialien wiederverwendet werden können, die bei einem Schienenaustausch oder einer Streckensanierung entfernt werden müssen.

Leitfaden soll Planung vereinfachen
Der neue Leidfaden richtet sich in erster Linie an Planer und ist auf der Internetseite des IPR öffentlich zugänglich sein. Als gemeinsame Vereinbarung der beteiligten städtischen Akteure soll es klare Erwartungen schaffen und unerwünschte Überraschungen bei der Umsetzung vermeiden.
Zugleich soll der Standard die Auswahl bewährter, hochwertiger Lösungen und die Planung des Materialbedarfs erleichtern. Die einzelnen Themenbereiche können unabhängig voneinander anhand neuer Erfahrungen aktualisiert werden. Der Leitfaden ist damit als fortlaufend weiterentwickeltes Dokument angelegt.










