Hepatitis A: 36 Todesfälle in Tschechien im vergangenen Jahr
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Die meisten der Verstorbenen litten an chronischen Lebererkrankungen oder führten einen riskanten Lebensstil, etwa durch Drogen- oder Alkoholkonsum

Nach einem deutlichen Rückgang der Hepatitis-A-Erkrankungen gegen Ende des vergangenen Jahres verzeichnen die tschechischen Behörden zuletzt wieder steigende Infektionszahlen. Fachleute führen diese Schwankungen unter anderem auf die Weihnachtsfeiertage zurück.
Im vergangenen Jahr sind in Tschechien 36 Menschen an Hepatitis A gestorben, 2024 wurden lediglich zwei Todesfälle registriert. Die Zahl der Neuinfektionen verlangsamte sich laut Angaben des Staatlichen Gesundheitsinstituts (SZÚ) zum Jahresende. In der letzten vollen Kalenderwoche 2025 wurden 38 Fälle gemeldet, in der vergangenen Woche waren es wieder 79. Fachleute führen diese Schwankungen unter anderem auf die Weihnachtsfeiertage zurück.
Die Experten gehen jedoch davon aus, dass die Hepatitis-A-Epidemie in diesem Jahr insgesamt abklingen wird. Die Krankheit breitet sich vor allem unter Menschen aus, die noch nicht an Hepatitis erkrankt waren oder nicht geimpft sind – besonders bei Personen unter 65 Jahren, die die letzte größere Epidemie nicht miterlebt haben.
Von den Todesfällen im letzten Jahr waren 30 Männer und sechs Frauen im Alter von 35 bis 82 Jahren. Die meisten der Verstorbenen litten an chronischen Lebererkrankungen oder führten einen riskanten Lebensstil, etwa durch Drogen- oder Alkoholkonsum
Hepatitis A in Tschechien
Bis Mitte der 1960er-Jahre traten Hepatitis-Epidemien in der damaligen Tschechoslowakei nahezu jährlich auf. Erst danach setzte eine schrittweise Verbesserung der hygienischen Bedingungen ein – insbesondere durch den besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie den Ausbau der Kanalisation.
Seit der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre zeigt der langfristige Trend der Hepatitis-A-Erkrankungen in Tschechien insgesamt nach unten. Eine markante Ausnahme bildete das Jahr 1979, als eine großflächige, lebensmittelbedingte Epidemie ausbrach. Damals wurden mehr als 32.000 Erkrankungsfälle registriert.

Behörden rufen weiterhin zu verstärkter Hygiene auf
Da das Virus vor allem durch mangelnde Handhygiene übertragen wird, rufen Behörden und Ärzte die Bevölkerung zu verstärkter Vorsicht auf. Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife bleibt der einfachste und zugleich wichtigste Schutz. Entscheidend sei die richtige Dauer des Händewaschens – mindestens zehn bis zwanzig Sekunden – und idealerweise anschließend eine Desinfektion.
Die Symptome von Hepatitis A ähneln zunächst einer Grippe: Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Schmerzen im rechten Oberbauch. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Gelbfärbung von Haut und Augen, dunklem Urin, hellem Stuhl und teils starkem Juckreiz – typische Anzeichen einer Leberentzündung.





