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Bierkonsum in Tschechien im vergangenen Jahr auf historischem Tiefstand – auch der Export schwächelt

Noch schwächer war in den vergangenen zehn Jahren lediglich das pandemiegeprägte Jahr 2021

Bierkonsum in Tschechien im vergangenen Jahr auf historischem Tiefstand – auch der Export schwächelt
Foto: Amie Johnson | Unsplash

Tschechiens Brauereien verzeichneten im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang bei Produktion, Inlandsverbrauch und Export. Der Bierkonsum pro Einwohner fiel dabei auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.


Der Bierkonsum in Tschechien ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gefallen. Gleichzeitig ging auch der Export zurück. Während alkoholfreies Bier weiter zulegte, kämpfen Brauereien sowie viele Restaurants und Kneipen mit veränderten Konsumgewohnheiten und sinkender Nachfrage.


Die tschechischen Brauereien produzierten im vergangenen Jahr insgesamt 19,96 Millionen Hektoliter Bier. Das entspricht einem Rückgang von 4,3 Prozent im Vergleich zu 2024. Laut dem Tschechischen Brauerei- und Mälzereiverband (Český svaz pivovarů a sladoven) wurden damit rund 894.000 Hektoliter weniger gebraut als im Vorjahr und sogar 1,6 Millionen Hektoliter weniger als noch 2019 vor der Pandemie.


Bierkonsum in Tschechien im vergangenen Jahr auf historischem Tiefstand – auch der Export schwächelt
Foto: Des Récits | Unsplash

„Im Vergleich zur Zeit vor Covid wurden im vergangenen Jahr in Tschechien und im Ausland rund 320 Millionen Grosse tschechische Biere (0.5l) weniger konsumiert“, erklärte Tomáš Slunečko, Geschäftsführer des Tschechischen Brauerei- und Mälzereiverbands. Noch schwächer sei in den vergangenen zehn Jahren lediglich das pandemiegeprägte Jahr 2021 gewesen.


Auch der Pro-Kopf-Konsum sank weiter. Durchschnittlich trank jeder Einwohner Tschechiens im vergangenen Jahr 121 Liter Bier – ein neuer historischer Tiefstand. Im Vergleich zu 2024 entspricht das laut Verband etwa acht großen Bieren weniger pro Person.


Neben der rückläufigen Inlandsnachfrage schwächte sich auch der Export ab. Die Ausfuhr tschechischen Biers ging im Jahresvergleich um 8,2 Prozent zurück. Dabei hatte der Export 2024 noch ein Rekordniveau erreicht, insbesondere dank der starken Nachfrage aus Nachbarländern wie Deutschland und der Slowakei.


„Den sinkenden Bierkonsum beobachten nicht nur wir, sondern auch andere Brauereiverbände in Europa. Gerade in wichtigen Exportmärkten wie Deutschland oder der Slowakei wird heute weniger Bier getrunken als früher“, sagte Slunečko.


Wachstum verzeichnete erneut ausschließlich alkoholfreies Bier einschließlich aromatisierter Varianten. Die Produktion stieg hier um vier Prozent auf 1,68 Millionen Hektoliter. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich der Konsum alkoholfreier Biere in Tschechien mehr als verdoppelt. Auch international wachse das Interesse an diesen Produkten weiter.


Bierkonsum in Tschechien im vergangenen Jahr auf historischem Tiefstand – auch der Export schwächelt
Foto: Fábio Alves | Unsplash

Immer weniger Bier in Kneipen und Restaurant


Der Wandel beim Konsumverhalten zeigt sich besonders in der Gastronomie. Immer mehr Menschen trinken Bier außerhalb von Restaurants und Kneipen. Der Anteil des Bierkonsums in Gaststätten sank im vergangenen Jahr auf nur noch 28 Prozent der heimischen Nachfrage.


Nach Angaben des Verbands achten viele Verbraucher heute stärker auf einen gesünderen Lebensstil und konsumieren bewusster Alkohol. Statt Quantität spiele zunehmend die Qualität eine Rolle.


Für viele Restaurants und Kneipen wird diese Entwicklung zunehmend zum Problem. Sinkende Gästezahlen und steigende Betriebskosten setzen besonders kleinere Betriebe in Regionen und Kleinstädten unter Druck.


Lagerbier bleibt dominant


Bei den Biersorten setzte sich der Trend zugunsten klassischer Lagerbiere fort. Biere mit einem Stammwürzegehalt von 11 bis 12 Grad machten rund 59 Prozent des gesamten Konsums aus. Der Anteil einfacher Schankbiere ging dagegen weiter zurück. Auch Bier-Spezialitäten konnten leicht zulegen.


Beliebteste Verpackungsform blieb weiterhin die klassische Mehrweg-Glasflasche. Wegen der insgesamt sinkenden Produktion gingen allerdings die Mengen bei nahezu allen Verpackungsarten zurück – besonders deutlich bei PET-Flaschen.

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