Autofahren ab 17 wird in Tschechien immer beliebter
- Tschechien News

- 24. Juli
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Bereits ein Viertel aller neuen Fahrerlaubnisse der Klasse B wurde im L17-Modell erworben – junge Teilnehmer sammeln unter Aufsicht eines Mentors erste Erfahrungen

Immer mehr Jugendliche in Tschechien machen bereits mit 17 Jahren ihren Führerschein. Seit der Einführung des sogenannten L17-Modells haben mehr als 72.000 junge Menschen eine Fahrerlaubnis der Klasse B erhalten.
Seit Januar 2024 dürfen Jugendliche in Tschechien bereits ab 17 Jahren Auto fahren, sofern sie von einem erfahrenen Mentor begleitet werden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums nimmt das Interesse an dem Modell kontinuierlich zu. In den vergangenen beiden Monaten lag der Anteil der L17-Teilnehmer unter allen neuen Fahrern bereits bei mehr als 30 Prozent.
Von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 erhielten insgesamt 72.465 Personen eine Fahrerlaubnis der Klasse B im Rahmen des L17-Programms. Insgesamt wurden im selben Zeitraum 300.974 neue Fahrerlaubnisse der Klasse B erteilt. Damit entfällt knapp ein Viertel aller neuen Fahrerlaubnisse auf das begleitete Fahren ab 17.
Der wachsende Zuspruch zeigt sich auch im Vergleich der Januarmonate. Im Januar 2024 erhielten zunächst 770 Jugendliche eine Fahrerlaubnis im L17-Modell. Im Januar 2025 waren es bereits 1.850, im Januar dieses Jahres stieg die Zahl auf 2.186.
„Das Fahren ab 17 ermöglicht jungen Fahrern, schrittweise und sicher Erfahrungen zu sammeln“, erklärte Verkehrsminister Ivan Bednárik. Nach Einschätzung des Ministeriums trägt das Modell auch zur Verkehrssicherheit bei. Junge Fahrer, die vor ihrem 18. Geburtstag unter Aufsicht eines Mentors fahren, begehen demnach weniger Verkehrsverstöße als andere Fahranfänger.

Weniger Verstöße bei L17-Teilnehmern
Von den knapp 301.000 Personen, die seit Anfang 2024 eine Fahrerlaubnis der Klasse B erhielten, hatten Ende Juni 2026 insgesamt 11.943 mindestens einen Punkt im tschechischen Verkehrssünderregister. Unter den Teilnehmern des L17-Programms waren 2.028 Personen betroffen. Dies entspricht einem Anteil von rund 2,8 Prozent. Unter allen neuen Führerscheininhabern lag der Anteil dagegen bei etwa vier Prozent.
Fast 33.000 aktive Mentoren
Eine zentrale Rolle im System spielen die Mentoren. In den ersten 30 Monaten wurden insgesamt 125.495 Personen als Begleiter registriert. Ende Juni 2026 waren 32.984 Mentoren aktiv – so viele wie noch nie seit Einführung des Programms.
Allein bis Ende Mai dieses Jahres kamen 30.329 neue Registrierungen hinzu. Ein Teil der Anmeldungen erfolgte bereits online über das Verkehrsportal. Dort können mittlerweile sowohl die Fahrerlaubnis beantragt als auch Mentoren eingetragen werden.
Unter Aufsicht eines erfahrenen Begleiters sollen junge Fahrer Situationen kennenlernen, für die während der Fahrschulausbildung häufig nur wenig Zeit bleibt. Dazu zählen etwa Fahrten außerhalb geschlossener Ortschaften, auf Autobahnen, bei Nacht oder unter winterlichen Bedingungen.
So funktioniert das L17-Modell
Jugendliche können sich frühestens im Alter von 15 Jahren und sechs Monaten bei einer Fahrschule anmelden. Nach Abschluss der regulären Ausbildung dürfen sie mit 17 Jahren die Abschlussprüfung ablegen und eine Fahrerlaubnis beantragen.
Bis zum 18. Geburtstag dürfen sie ausschließlich in Begleitung eines eingetragenen Mentors fahren. Jeder junge Fahrer kann bis zu vier Mentoren registrieren. Ein Mentor darf wiederum mehrere Fahranfänger begleiten.








