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Alleinlebenden Pragern bleibt nach Abzug der Wohnkosten landesweit am wenigsten

Trotz der höchsten Löhne in Tschechien haben viele Singles in Prag laut einer Analyse die geringste finanzielle Reserve aller Regionen

Alleinlebenden Pragern bleibt nach Abzug der Wohnkosten landesweit am wenigsten
Foto: Andrew Neel | Pexels

Alleinlebende Menschen in Prag verdienen zwar mehr als in allen anderen Regionen Tschechiens, stehen nach Abzug der Wohnkosten jedoch schlechter da als Singles im Rest des Landes. Das zeigt eine Analyse der Beratungsgesellschaft Moore Czech Republic.


Der Median des Bruttolohns liegt in Prag rund 52.000 Kronen. Netto bleiben davon rund 39.000 Kronen. Gleichzeitig sind die Wohnkosten in der Hauptstadt mit Abstand am höchsten. Die Miete für eine Modellwohnung mit 65 Quadratmetern beträgt in Prag durchschnittlich knapp 29.000 Kronen im Monat. Das entspricht 74 Prozent des Netto-Medianlohns.


Nach Abzug von Miete und Energiekosten bleiben einem alleinlebenden Prager nur noch rund 7.000 Kronen monatlich für Lebensmittel, Freizeit und weitere Ausgaben. Das ist der niedrigste Wert aller tschechischen Regionen. Zum Vergleich: Im Kreis Ústí nad Labem bleiben Singles nach Angaben der Analyse rund 15.000 Kronen – mehr als doppelt so viel.


Prag führt seit Jahren die Lohnstatistik in Tschechien an. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst lag dort im Jahr 2025 bei 62.723 Kronen. Das sind 27 Prozent mehr als im landesweiten Durchschnitt und fast 49 Prozent mehr als im am schlechtesten bezahlten Kreis Karlovy Vary.


Wohnen frisst den Großteil des Einkommens


Entscheidend für die finanzielle Lage alleinlebender Menschen sind laut Analyse vor allem die Wohnkosten. Während ein Prager Single für eine 65-Quadratmeter-Wohnung im Schnitt 29.000 Kronen, rund 74 Prozent des Netto-Medianlohns zahlt, kostet eine vergleichbare Wohnung im Kreis Ústí nad Labem rund 13.000 Kronen. Dort macht die Miete nur 42 Prozent des Netto-Medianlohns aus.


„Die Zahlen widerlegen klar das Klischee, dass es sich in Prag automatisch besser lebt“, sagt Marcela Hrdá, Partnerin der Beratungsgesellschaft Moore Czech Republic. Zwar könne man in der Hauptstadt grundsätzlich eine sehr hohe Lebensqualität erreichen. Für alleinlebende Menschen sei Prag jedoch besonders schwierig, solange sie die Wohnkosten allein tragen müssten.


Besser sieht es für Singles in Mähren-Schlesien und auf der Vysočina aus. Im Mährisch-Schlesischen Kreis bleiben nach Abzug der Wohnkosten rund 14.500 Kronen übrig, in Vysočina rund 13.900 Kronen. Beide Regionen profitieren von deutlich niedrigeren Wohnkosten bei vergleichsweise stabilen Einkommen.


Lage in Prag dürfte sich weiter verschärfen


Nach Einschätzung der Analyse dürfte sich die Situation für alleinlebende Menschen in Prag weiter verschlechtern. Eigentumswohnungen sind für Singles in der Hauptstadt immer schwerer erreichbar. Der Quadratmeterpreis liegt in Prag etwa 3,3- bis 3,4-mal höher als in den Kreisen Ústí nad Labem oder Karlovy Vary.


Dadurch bleiben viele alleinlebende Menschen auf Mietwohnungen angewiesen. Da die Mieten langfristig schneller steigen als die Löhne, dürfte sich die Schere zwischen den nominal hohen Einkommen in Prag und der tatsächlichen Kaufkraft weiter öffnen.

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