Von Sicherheit bis Schwarmintelligenz: FEL ČVUT Prag entwickelt Drohnen der neuen Generation
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- vor 2 Tagen
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Ein wesentlicher Bestandteil der Forschung ist die Orientierung an natürlichen Vorbildern wie das Verhalten von Vogelschwärmen

Forscher in Prag arbeiten an neuen hochsicheren Drohnen sowie autonomen Roboterschwärmen für den Schutz kritischer Infrastruktur – erste Tests zeigen deutliche Fortschritte bei Sicherheit und Koordination.
Forscher der Multi-Robot Systems Gruppe (MRS) an der Fakultät für Elektrotechnik der Tschechischen Technischen Universität (FEL ČVUT) arbeiten an der Entwicklung hochsicherer Drohnen sowie autonomer Roboterschwärme. Ziel ist es, Systeme zu schaffen, die auch ohne GPS und direkte menschliche Steuerung zuverlässig operieren können. Erste Ergebnisse aus zwei laufenden Projekten wurden am Montag, dem 13. April bei Flugtests in Südböhmen vorgestellt.
Im Fokus des ersten Projekts steht die Entwicklung eines vollständig abgesicherten Drohnensystems für die Überwachung und den Schutz kritischer Infrastruktur, darunter Kernkraftwerke, militärische Anlagen und industrielle Schlüsselstandorte. Nach Angaben des Projektleiters Martin Saska sollen sämtliche Komponenten und die eingesetzte Software aus europäischen Quellen stammen. Damit soll die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologien reduziert und potenziellen Risiken durch Industriespionage vorgebeugt werden.

An dem Vorhaben arbeiten mehr als 100 Forschende der MRS-Gruppe sowie des Spin-offs Fly4Future. Eine zentrale Herausforderung besteht laut den Entwicklern darin, die vollständige Sicherheit der eingesetzten Hardware zu gewährleisten. Selbst einzelne Bauteile könnten ein Risiko darstellen, etwa wenn sie unbemerkt Daten übertragen. Vergleichbare Sicherheitsanforderungen existieren bereits in den USA, wo bestimmte Komponenten in sensiblen Drohnensystemen ausgeschlossen sind.

Nach zwei Jahren Projektlaufzeit konnte das Team bereits eine robuste und modular aufgebaute Plattform entwickeln. Diese ist widerstandsfähig gegenüber schwierigen Witterungsbedingungen und lässt sich flexibel mit unterschiedlichen Sensoren, Kameras und Recheneinheiten ausstatten. Zudem wurden ein gesicherter Flugcontroller sowie ein eigenes Kommunikationssystem integriert, das auf sogenannter Mesh-Technologie basiert und insbesondere für Einsätze in weitläufigen Gebieten von Bedeutung ist.
Die Drohnen werden regelmässig unter realen Bedingungen getestet, unter anderem in Tagebaugebieten im Norden des Landes. Diese grossflächigen und komplexen Umgebungen gelten als besonders anspruchsvoll, da sie neben Staub und unübersichtlichem Gelände auch eingeschränkte GPS-Signale aufweisen.

Parallel dazu arbeitet das Team an einem zweiten Projekt, das sich auf die Entwicklung dynamischer Drohnenschwärme konzentriert. Diese Systeme sollen in der Lage sein, sich in Echtzeit zu koordinieren und auch bei Ausfällen von GPS oder Kommunikationsverbindungen stabil zu operieren. Mögliche Einsatzfelder reichen von der Überwachung kritischer Infrastruktur bis hin zu Rettungseinsätzen in schwer zugänglichem Gelände.
Ein wesentlicher Bestandteil der Forschung ist die Orientierung an natürlichen Vorbildern. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus dem Bereich Biologie analysiert das Team das Verhalten von Vogelschwärmen. Ziel ist es, die Mechanismen hinter deren hochdynamischen und kollisionsfreien Bewegungen zu verstehen und auf autonome Systeme zu übertragen.

Die Kombination aus Robotik, künstlicher Intelligenz und biologischer Forschung könnte damit neue Standards für autonome Flugsysteme setzen. Die Entwickler sehen in den bisherigen Fortschritten ein deutliches Potenzial für Anwendungen in sicherheitskritischen Bereichen sowie im täglichen Einsatz in der Industrie und Wissenschaft. Tschechische Technische Universität Prag (FEL ČVUT) Webseite | Facebook | Instagram








