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Tschechien führt erstmals tägliche Höchstpreise für Kraftstoffe ein: Neue Preisgrenzen gelten ab heute

Regierung reagiert auf starke Marktverwerfungen

Tschechien führt erstmals tägliche Höchstpreise für Kraftstoffe ein: Neue Preisgrenzen gelten ab heute
Foto: Jennifer Latuperisa-Andresen | Unsplash

Ab heute gelten in Tschechien erstmals staatlich geregelte Höchstpreise für Kraftstoffe: Ziel ist es, extreme Preisschwankungen einzudämmen und überhöhte Margen zu begrenzen.


Grundlage für die staatlich geregelten Höchstpreise für Kraftstoffe ist ein Regierungsbeschluss vom 2. April unter Premierminister Andrej Babiš. Demnach wird die maximale Marge für Tankstellen bei nicht-Premium-Kraftstoffen auf 2,50 Kronen pro Liter begrenzt. Hintergrund sind einzelne Fälle deutlich überhöhter Aufschläge – insbesondere entlang wichtiger Autobahnachsen, wo Margen bei Benzin bis zu 7 Kronen und bei Diesel bis zu 6,50 Kronen erreicht hatten.


Parallel dazu hat das Finanzministerium die Verbrauchsteuer auf Diesel gesenkt – um 1,939 Kronen pro Liter, was inklusive Mehrwertsteuer einer Entlastung von rund 2,35 Kronen entspricht. Insgesamt soll das Maßnahmenpaket den Druck steigender globaler Energiepreise abfedern und lokale Preisextreme verhindern.


Für den heutigen Tag gelten erstmals folgende maximale Endverbraucherpreise:


  • Benzin: 43,15 Kronen pro Liter (inkl. MwSt.)

  • Diesel: 49,59 Kronen pro Liter (inkl. MwSt.)


Diese Werte markieren die Obergrenze, die Tankstellen nicht überschreiten dürfen. Das Finanzministerium betont zugleich, dass Betreiber diese Limits möglichst nicht ausschöpfen sollen, sondern die Preise darunter halten sollten.


Ohne die staatlichen Eingriffe würden die Preise deutlich höher liegen. Nach Berechnungen des Ministeriums hätte Benzin rechnerisch 48,59 Kronen pro Liter erreicht, Diesel sogar 56,77 Kronen. Das Finanzministerium legt täglich um 14 Uhr eine maximale Preisgrenze fest, die für den Folgetag gilt. Am Freitag festgelegte Preise gelten über das gesamte Wochenende bis einschließlich Montag. Die Regelung ist zunächst bis zum 30. April vorgesehen.


Preisbildung bleibt an den Markt gekoppelt


Die festgelegten Höchstpreise basieren weiterhin auf Marktdaten. Sie setzen sich aus durchschnittlichen Großhandelspreisen (unter anderem von ČEPRO, ORLEN und MOL) sowie internationalen Börsenkursen der Organisation Platts zusammen. Hinzu kommen die gedeckelte Marge von 2,50 Kronen und die Mehrwertsteuer.


Die Einhaltung der Preisobergrenzen wird vom spezialisierten Finanzamt überwacht. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen, die sich – je nach Höhe des unrechtmäßigen Gewinns – auf mehrere Millionen Kronen belaufen können.

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