Tschechien plant im kommenden Jahr den Bau von 154 Kilometern neuer Autobahnen und Fernstraßen
Rekordbudget von 87 Milliarden Kronen für 2027 – Neue Abschnitte der D52, D6, D7, D35 und D55 geplant

Die tschechische Straßen- und Autobahndirektion ŘSD will in diesem und im kommenden Jahr den Bau von bis zu 154 Kilometern neuer Autobahnen und Straßen erster Klasse auf den Weg bringen. Möglich machen soll dies ein Rekordbudget des staatlichen Verkehrsinfrastrukturfonds SFDI.
Die tschechische Regierung hat für die Straßen- und Autobahndirektion im kommenden Jahr Mittel in Höhe von 87 Milliarden Kronen vorgesehen. Nach Angaben der Behörde handelt es sich um das bislang höchste Budget in ihrer Geschichte. Damit sollen in den kommenden 15 Monaten zahlreiche neue Straßenbauprojekte gestartet und bestehende Hauptverkehrsachsen ausgebaut werden.
Geplant ist der Baubeginn von insgesamt 90,8 Kilometern neuer Autobahnabschnitte. Hinzu kommen der Ausbau von knapp 13 Kilometern bestehender Autobahnen sowie 50,3 Kilometer neuer Straßen erster Klasse.
Derzeit baut die ŘSD nach eigenen Angaben insgesamt 266,4 Kilometer neue Autobahnen und Straßen erster Klasse. Mit dem höheren Budget sollen zugleich weitere Projekte vorbereitet und bestehende Strecken instand gehalten werden.

Neue Abschnitte der D52 Richtung Österreich
Zu den wichtigsten Projekten gehören zwei neue Abschnitte der Autobahn D52 in Südmähren. Sie sollen zusammen eine Länge von 17,5 Kilometern erreichen und die Verbindung in Richtung der österreichischen Grenze verbessern. Ein Abschnitt soll von Pohořelice bis zum Stausee Nové Mlýny führen, ein weiterer vom Stausee bis zur Staatsgrenze.
Auch bei der D6 zwischen Prag und Karlsbad sollen die letzten fehlenden Abschnitte in Angriff genommen werden. Geplant sind mehr als 15 Kilometer zwischen Karlovy Vary und Žalmanov über Olšová Vrata.
D35 als Alternative zur D1
Fortgesetzt werden soll auch der Ausbau der D35, die langfristig als wichtige Alternative zur stark belasteten Autobahn D1 gilt. Die beiden letzten bislang noch nicht im Bau befindlichen Abschnitte zwischen Svitavy und Mohelnice haben eine Gesamtlänge von rund 35 Kilometern.

Auch bei der D55 sind zwei neue Abschnitte mit insgesamt rund 13 Kilometern vorgesehen. Dabei handelt es sich um die Teilstücke Kokory–Přerov und Napajedla–Babice.
Ausbau des Prager Autobahnrings
Neben Neubauten setzt die ŘSD auf den Ausbau bestehender Hauptverkehrsachsen. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Prager Autobahnring D0.
Bereits begonnen haben vorbereitende Arbeiten für den Ausbau des Autobahnkreuzes Třebonice, an dem sich der Prager Ring und die D5 treffen. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr starten. Nach Angaben der ŘSD passieren das Autobahnkreuz täglich mehr als 75.000 Fahrzeuge. Es gehört damit zu den am stärksten belasteten Abschnitten des Prager Rings.
Geplant ist außerdem der Ausbau eines knapp drei Kilometer langen Abschnitts der D0 zwischen Satalice und Běchovice. Auch die Brücken am Počernický-Teich sollen erweitert werden. Hinzu kommt der geplante Ausbau eines rund sieben Kilometer langen Abschnitts zwischen Slivenec und Třebonice.

Zahlreiche neue Ortsumfahrungen geplant
Bei den Straßen erster Klasse stehen für dieses und das kommende Jahr fast 51 Kilometer neuer Strecken zum Baustart bereit. Bereits im November soll mit dem Bau einer 6,5 Kilometer langen Umfahrung von Pelhřimov begonnen werden. Weitere Projekte betreffen unter anderem die westliche Umfahrung von Krnov in der Region Mährisch-Schlesien sowie neue Umfahrungen von Bučovice, Znojmo und Břeclav in Südmähren.
Für den laufenden Betrieb, die Wartung und Reparatur bestehender Autobahnen und Straßen erster Klasse stehen der ŘSD zusätzlich knapp 22 Milliarden Kronen zur Verfügung. Einen vollständigen Überblick über alle geplanten und bereits laufenden Bauprojekte bietet die interaktive Karte auf der Webseite der Straßen- und Autobahndirektion ŘSD.










