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Tschechien modernisiert Schienennetz: 600 Kilometer Bahnstrecken sollen elektrifiziert werden

Bis Anfang der 2030er-Jahre plant die tschechische Bahnverwaltung umfangreiche Investitionen in die Elektrifizierung des Schienennetzes und den Ausbau moderner Zugsicherungssysteme

Tschechien modernisiert Schienennetz: 600 Kilometer Bahnstrecken sollen elektrifiziert werden
Foto: Ministerstvo dopravy ČR

Tschechien treibt die Modernisierung seines Schienennetzes weiter voran. Bis Anfang der 2030er-Jahre sollen rund 600 Kilometer Bahnstrecken elektrifiziert und moderne Zugsicherungssysteme auf wichtigen Strecken ausgebaut werden.


Das tschechische Verkehrsministerium und die Bahnverwaltung Správa železnic haben eine neue mittelfristige Strategie für die Elektrifizierung von Bahnstrecken sowie den weiteren Ausbau des europäischen Zugsicherungssystems ETCS vorgestellt. Die Pläne sollen den technologischen Wandel auf der Schiene unterstützen und die Sicherheit sowie Effizienz des Bahnverkehrs deutlich erhöhen.


Nach den aktuellen Planungen sollen bis 2031 beziehungsweise 2033 insgesamt rund 600 Kilometer Bahnstrecken mit Oberleitungen ausgestattet werden. Davon entfallen 235 Kilometer auf umfassende Modernisierungsprojekte, die gleichzeitig eine Elektrifizierung beinhalten. Weitere 355 Kilometer sollen durch sogenannte einfache Elektrifizierungen ohne größere Eingriffe in die bestehende Infrastruktur elektrifiziert werden.


Auch die von den Regionen geplanten und durch den Modernisierungsfonds geförderten Projekte sind Teil der Strategie. Gleichzeitig berücksichtigt das Konzept neue Entwicklungen im Bahnverkehr, insbesondere den erwarteten verstärkten Einsatz von Batteriezügen in den kommenden Jahren.


Tschechien modernisiert Schienennetz: 600 Kilometer Bahnstrecken sollen elektrifiziert werden
Foto: Ministerstvo dopravy ČR

ETCS soll auf den wichtigsten Strecken Standard werden


Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie ist der Ausbau des europäischen Zugsicherungssystems ETCS. Vorrang hat dabei die Einführung des Systems auf den Strecken des transeuropäischen Verkehrsnetzes TEN-T. Auf diesen Hauptkorridoren werden rund 90 Prozent der Verkehrsleistungen auf dem tschechischen Schienennetz erbracht.


Für weniger stark genutzte Nebenstrecken sieht das Konzept kostengünstigere Sicherungslösungen vor. Dazu gehören vereinfachte ETCS-Varianten sowie das System „Prostředek k zastavení vlaku“ (PZV), das mit den in den Zügen installierten ETCS-Bordgeräten kompatibel ist und die Sicherheit auf Regionalstrecken erhöhen soll.


Nach Angaben der Bahnverwaltung sind derzeit bereits rund 670 Kilometer Strecken mit ausschließlichem ETCS-Betrieb ausgestattet. Noch in diesem Jahr sollen weitere etwa 180 Kilometer hinzukommen. Einer der wichtigsten Schritte wird die geplante Ausweitung des ausschließlichem ETCS-Betriebs auf den gesamten Südkorridor zwischen Prag und České Budějovice im Dezember sein.


Der Generaldirektor von Správa železnic, Tomáš Tóth, betonte, dass die aktualisierte Strategie sowohl die bisherigen Investitionen der Verkehrsunternehmen berücksichtige als auch zusätzliche Möglichkeiten schaffe, weitere Strecken wirtschaftlich sinnvoll mit modernen Sicherungssystemen auszustatten.

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