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Trendwende in der Tschechischen Republik: Mehrheit spricht sich gegen Todesstrafe aus

Die Todesstrafe wurde in der Tschechoslowakei im Jahr 1990 nach dem Ende des kommunistischen Regimes abgeschafft

Foto: Racool studio | Freepick


Laut aktuellen Angaben des Zentrums für Meinungsforschung (CVVM) hat sich in der Tschechischen Republik erstmals das Meinungsbild zur Todesstrafe verschoben. Die Befürworter der Todesstrafe sind erstmals in der Minderheit, während die Gegner nun die Mehrheit stellen. Von den befragten Bürgern sind 42 Prozent für die Wiedereinführung der Todesstrafe, während 51 Prozent sich klar dagegen aussprechen. Dies zeigt eine deutliche Veränderung in der Haltung der tschechischen Bevölkerung, da die Zahl der Gegner der Todesstrafe seit 1992 um fast das Vierfache angestiegen ist.


Die Todesstrafe wurde in der Tschechoslowakei im Jahr 1990 nach dem Ende des kommunistischen Regimes abgeschafft. In den folgenden Jahren schwankte die Zustimmung zur Todesstrafe, wobei die Höchstwerte im Jahr 1992 und 1994 erreicht wurden, als etwa drei Viertel der Befragten sich für eine Wiedereinführung aussprachen. Seit 2011 geht der Anteil der Befürworter kontinuierlich zurück. Im Vergleich zur letzten Umfrage im Jahr 2019 ist der Anteil der Befürworter um acht Prozentpunkte gesunken, während die Zahl der Gegner um zehn Punkte gestiegen ist.


„Seit 1992, als die Zustimmung zur Todesstrafe bei 76 Prozent lag, ist der Anteil der Befürworter um 34 Prozentpunkte gesunken, während die Zahl der Gegner von 13 Prozent im Jahr 1992 auf etwa das Vierfache angestiegen ist, was einer Differenz von 38 Prozentpunkten entspricht", erklären die Autoren der Umfrage.


Die Befürworter der Todesstrafe sind mehrheitlich der Meinung, dass sie "den Überlebenden gerechte Genugtuung verschafft", wobei drei Fünftel dieser Ansicht sind. Auffällig ist jedoch, dass nur 41 Prozent der Befragten die Anwendung des Prinzips "Auge um Auge, Zahn um Zahn" unterstützen.


Ein entscheidender Grund, der gegen die Todesstrafe spricht, ist nach Meinung der Bürger die Gefahr von Missbrauch und Justizirrtum. Vier Fünftel der Bürger stimmen dieser Aussage zu. Hingegen halten lediglich 37 Prozent die Befürwortung der Todesstrafe für politischen Populismus.


Die Umfrageergebnisse zeigen eine deutliche Veränderung der öffentlichen Meinung in der Tschechischen Republik. Die Ablehnung der Todesstrafe hat in den letzten Jahren zugenommen, während die Unterstützung kontinuierlich gesunken ist.

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