Rekordbudget für Verkehrsinfrastruktur – neue Straßenprojekte starten, Bahnvorhaben verzögern sich
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Insgesamt fließen in diesem Jahr 169 Milliarden Kronen in den Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur – so viel wie noch nie

Nach der Freigabe des Staatshaushalts beginnen in Tschechien zahlreiche neue Verkehrsprojekte. Der Staat stellt dafür 169 Milliarden Kronen bereit – so viel wie noch nie. Besonders im Straßenbau sollen mehrere große Vorhaben starten.
Mit der Verabschiedung des Staatshaushalts werden in Tschechien zahlreiche neue Verkehrsprojekte auf den Weg gebracht. Insgesamt fließen in diesem Jahr 169 Milliarden Kronen in den Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur – so viel wie noch nie.
Die Direktion für Straßen und Autobahnen (ŘSD) kann 2026 mit einem Budget von 81 Milliarden Kronen arbeiten. Damit sollen nicht nur laufende Bauvorhaben fortgesetzt, sondern auch mehrere neue Projekte begonnen werden. Wie ŘSD-Chef Radek Mátl gegenüber dem Nachrichtensender ČT24 erklärte, sollen zahlreiche Verträge unmittelbar nach Veröffentlichung des Haushalts im Gesetzblatt unterzeichnet werden.
Zu den wichtigsten Projekten gehört der Bau eines neuen Abschnitts der Autobahn D35 zwischen Hořice und Úlibice bei Jičín. Die rund 16 Kilometer lange Strecke soll künftig eine zentrale Verbindung zwischen Jičín und Hradec Králové bilden. Der Baubeginn war ursprünglich bereits für das vergangene Jahr geplant, verzögerte sich jedoch wegen der unsicheren Finanzierung. Die neue Trasse soll vor allem die umliegenden Gemeinden vom starken Lkw-Verkehr entlasten. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2029 vorgesehen.
Neben der D35 sollen auch weitere Projekte anlaufen, darunter die Fertigstellung der Autobahn D11 zwischen Jaroměř und Trutnov sowie der Umgehungsstraße von Plasy in der Region Plzeň.

Bahnprojekte kommen langsamer voran
Während die Straßenbauprojekte nun schneller vorankommen, verlaufen einige Eisenbahnvorhaben deutlich langsamer. Die staatliche Infrastrukturverwaltung Správa železnic verschiebt unter anderem Pläne für eine schnellere Bahnverbindung zwischen Prag und Liberec.
Auch die geplante Modernisierung der Strecke bei České Budějovice verzögert sich. Die neue Bahnlinie zwischen Nemanice und Ševětín soll künftig Geschwindigkeiten von mindestens 160 Kilometern pro Stunde ermöglichen und zwei längere Tunnel umfassen. Die Infrastrukturverwaltung plant jedoch, das Projekt neu auszuschreiben. Als Gründe nennt Správa železnic neben finanziellen Engpässen auch Änderungen in der Führung und beim Vergabeverfahren. Ziel sei es, mehr Unternehmen an den Ausschreibungen zu beteiligen und dadurch den Wettbewerb zu erhöhen.
Für den Eisenbahnausbau stellt der Staat in diesem Jahr insgesamt 72 Milliarden Kronen bereit. Priorität haben unter anderem die Strecken Kladno–Ruzyně sowie Pilsen–deutsche Grenze.
Finanzierung bleibt langfristig eine Herausforderung
Trotz der aktuellen Rekordinvestitionen könnte die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in den kommenden Jahren schwieriger werden, da nach dem Auslaufen der europäischen Fördermittel Finanzierungslücken entstehen könnten. Der frühere Verkehrsminister Martin Kupka hält zusätzliche Finanzierungsmodelle für notwendig. Neben öffentlich-privaten Partnerschaften (PPP) könnten nach seiner Ansicht auch Kredite der Europäischen Investitionsbank eine wichtige Rolle spielen.
Die Regierung verfolgt weiterhin das Ziel, die wichtigsten Autobahnverbindungen des Landes bis 2035 fertigzustellen. Die Verhandlungen über den Staatshaushalt für das kommende Jahr sollen bereits im Frühjahr beginnen.








