Neues Mega-Mural in Prag: 700 Meter Street Art in Ruzyně
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Das größte Street-Art-Projekt Tschechiens zählt zu den umfangreichsten Gemeinschaftswerken Europas

Prag hat ein neues Wahrzeichen. Das 700 Meter lange Mural Ruzyně ist fertiggestellt und zählt zu den größten Gemeinschaftswerken seiner Art in Europa.
Prag hat seine Kulturlandschaft um ein außergewöhnliches Kunstprojekt erweitert: Mit dem Mural Ruzyně ist in der Vlastina-Straße eine rund 700 Meter lange Freiluftgalerie entstanden. Das Werk zählt aufgrund seiner Größe zu den bedeutendsten Street-Art-Projekten Europas.
Mit einer bemalten Fläche von rund 1.800 Quadratmetern ist das Mural das bislang größte Street-Art-Projekt seiner Art in Tschechien. Insgesamt 30 Künstler – jeweils 15 aus Tschechien und 15 aus dem Ausland – gestalteten gemeinsam das Werk. Trotz ihrer unterschiedlichen Handschriften entstand ein durchgängiges Gesamtkunstwerk, das eine lange Betonwand in eine öffentliche Galerie unter freiem Himmel verwandelt.

Die tschechische Street-Art-Künstlerin Sany bezeichnete ihre Teilnahme als besondere Ehre. Sie hob zudem hervor, dass ungewöhnlich viele Künstlerinnen an dem Projekt beteiligt waren – ein positives Signal für die ansonsten männlich dominierte Street-Art- und Graffiti-Szene.
Auch der Künstler Stan Solo ist überzeugt, dass das Mural viele Menschen anziehen wird. Wer die Wand zunächst aus der Straßenbahn oder dem Auto sehe, werde vermutlich später zurückkehren, um das gesamte Kunstwerk zu Fuß zu entdecken.
Initiiert wurde das Projekt von der Stadtverwaltung von Prag 6, die sich seit Jahren für die Aufwertung des öffentlichen Raums und die Förderung zeitgenössischer Kunst einsetzt. Gemeinsam mit dem Festival Urban Pictus wurde eine bislang unscheinbare Infrastrukturfläche in einen neuen kulturellen Anziehungspunkt verwandelt.

Bürgermeister Jakub Stárek erklärte, die Idee für das Projekt sei bereits vor drei Jahren entstanden. Besonderen Dank sprach er der damaligen Verteidigungsministerin Jana Černochová für ihre Unterstützung sowie dem Flughafen Prag aus, der das Vorhaben finanziell ermöglicht habe. Dadurch sei es gelungen, einige der renommiertesten Street-Art-Künstlerinnen und Künstler nach Prag zu holen.
Das Mural befindet sich auf einer Mauer des Verteidigungsministeriums entlang einer der wichtigsten Verbindungen vom Václav-Havel-Flughafen in die Prager Innenstadt. Täglich passieren Tausende Einwohner und Besucher diesen Abschnitt. Damit wurde ein bislang rein funktionaler Teil der Verkehrsinfrastruktur zu einer neuen kulturellen Attraktion.
An der Umsetzung arbeiteten die Künstlerinnen und Künstler insgesamt 15 Tage. Dabei kamen rund 1.600 Spraydosen sowie 560 Liter wetterbeständige Fassadenfarbe zum Einsatz, die das Kunstwerk langfristig vor Witterungseinflüssen schützen soll.
Mit dem Mural Ruzyně unterstreicht Prag seinen Anspruch, sich neben seiner historischen Architektur zunehmend auch als europäische Metropole für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum zu etablieren. Das Projekt zeigt, wie Street Art anonyme Infrastruktur in kulturelle Anziehungspunkte verwandeln und den öffentlichen Raum nachhaltig aufwerten kann.








