Prag beschließt neuen Verkehrsplan bis 2030
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Mehr Metrozüge, neue Tramstrecken und Ausbau des PID-Systems sollen den öffentlichen Verkehr in Prag und Mittelböhmen stärken

Prag stellt die Weichen für den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Der aktualisierte Verkehrsplan für Prag und die Mittelböhmische Region sieht bis 2030 mehr Kapazität, neue Strecken und eine stärkere Rolle der Eisenbahn vor.
Das Prager Stadtparlament hat Ende letzter Woche die Aktualisierung des Verkehrsplans für den Zeitraum 2026 bis 2030 beschlossen. Das von ROPID erarbeitete Dokument legt die weitere Entwicklung des Prager integrierten Verkehrs (PID) fest und reagiert auf die steigende Nachfrage, die fortschreitende Suburbanisierung sowie die Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur.
Ziel ist es, die Kapazität des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen, den Komfort für Fahrgäste zu verbessern und den öffentlichen Verkehr als Alternative zum Auto zu stärken. Hintergrund ist der weiterhin wachsende Autoverkehr in der Hauptstadt.

Mehr Metro, neue Tramstrecken und Ausbau der Bahn
Bis 2030 sollen sieben neue Straßenbahnstrecken entstehen. Gleichzeitig wird der Bau der Metrolinie D fortgesetzt und die Automatisierung der Linie C vorbereitet. Zudem sollen Stadt- und Regionalbahnen stärker genutzt, Umstiege verkürzt sowie P+R- und B+R-Anlagen ausgebaut werden.
Im Metroverkehr sind kürzere Intervalle geplant. Auf der Linie B soll der Takt in der Hauptverkehrszeit von derzeit 140 auf mindestens 130 Sekunden sinken. Außerhalb der Sommerferien soll die Metro künftig ganzjährig im vollen Umfang verkehren. Ab September 2026 sollen zudem die Fahrpläne an Samstagen und Sonntagen vereinheitlicht werden.

Auch das Straßenbahnnetz wird erweitert. Geplant sind neue Strecken nach Jarov, Malešice, Strahov, Nové Dvory und Zdiby sowie die Rückkehr der Tram auf den Wenzelsplatz.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Elektrifizierung des Busverkehrs. Die neuen Trolleybuslinien 51, 52 und 53 sollen 2026 vollständig in Betrieb gehen. Zusätzlich ist mit der Linie 145 eine neue Expressbusverbindung zwischen Dejvická und Sídliště Čimice über den Blanka-Tunnel geplant.
Eine zentrale Rolle spielt künftig die Eisenbahn. Vorgesehen sind dichtere Takte, schnellere Regionalverbindungen sowie der Einsatz neuer doppelstöckiger Elektrozüge ab 2030. Parallel dazu laufen wichtige Infrastrukturprojekte wie die Modernisierung der Strecke Prag–Kladno mit Anbindung an den Flughafen sowie der Umbau mehrerer Bahnhöfe.

Darüber hinaus soll das Tarifsystem vereinfacht und stärker auf moderne Zahlungsmöglichkeiten ausgerichtet werden. Angesichts steigender Betriebs- und Investitionskosten schließt der Plan auch künftige Anpassungen der Fahrpreise nicht aus.
Der neue Verkehrsplan 2026-2030 ist auf der Webseite des PID verfügbar (nur auf Tschechisch).





