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Prag 1 lehnt neues Suchthilfezentrum auf Můstek ab

Nach Angaben der Bezirksverwaltung weist Prag 1 bereits heute die höchste Dichte an Suchthilfeangeboten in der gesamten Stadt auf

Prag 1 lehnt neues Suchthilfezentrum auf Můstek ab
Foto: Jonathan Gonzalez | Unsplash

Pläne der Stadt stoßen auf Widerstand: Prag 1 spricht sich klar gegen ein weiteres Suchthilfezentrum aus – und warnt vor zusätzlichen Belastungen für das historische Stadtzentrum.


Der Stadtrat von Prag 1 hat sich gegen die geplante Einrichtung eines neuen niedrigschwelligen Suchtzentrums im Vestibül der Metrostation Můstek nahe dem Jungmannplatz (Jungmannovo náměstí) gestellt. Das Vorhaben wird von der Stadt Prag vorangetrieben.


Auf ihrer Sitzung am 10. März verabschiedeten die Abgeordneten von Prag 1 eine entsprechende Resolution, in der sie den Standort ausdrücklich ablehnen. Grundlage der Debatte war unter anderem eine Sicherheitsstudie, die mögliche Auswirkungen auf das Leben im Stadtzentrum untersucht.


Prag 1 weist bereits heute die höchste Dichte an Suchthilfeangeboten in der gesamten Stadt auf. Auf vergleichsweise engem Raum existieren rund 18 Programme, die sich mit Suchtprävention, Behandlung und Sozialarbeit befassen.


Foto: Praha 1
Foto: Praha 1

Bezirksbürgermeisterin Terezie Radoměřská betonte, man unterstütze grundsätzlich Hilfsangebote für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen. Gleichzeitig müsse jedoch die Lebensqualität von Bewohnern und Besuchern geschützt werden. Eine weitere Konzentration solcher Einrichtungen im historischen Zentrum sei daher aus Sicht des Bezirks nicht der richtige Weg. Stattdessen fordert die Bezirksführung eine gleichmäßigere Verteilung entsprechender Angebote über das gesamte Stadtgebiet.


Gleichzeitig unterstreicht der Bezirk sein eigenes Engagement in diesem Bereich. So werden regelmäßig Förderprogramme für Prävention und Sozialarbeit aufgelegt. In jüngster Zeit flossen nach Angaben der Verwaltung mehrere hunderttausend Kronen in präventive Projekte sowie mehr als 1,4 Millionen Kronen in Programme für Straßen-Sozialarbeit.


Zudem verweist die Stadtteilverwaltung auf frühere Erfahrungen mit vergleichbaren Einrichtungen im dicht besiedelten Zentrum. Diese hätten wiederholt zu Beschwerden von Anwohnern und Gewerbetreibenden geführt – insbesondere wegen einer Verschlechterung der öffentlichen Ordnung im Umfeld. Prag 1 will mit der Stadt Gespräche über alternative Lösungen aufnehmen, die sowohl den Bedarf der gesamten Stadt als auch die Situation im Zentrum berücksichtigen.

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