„Padlé ovoce“ gewinnt den Kristallglobus beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary
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Zwei Filme mit tschechischer Koproduktion zählen zu den großen Gewinnern der 60. Ausgabe des Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary

Mit der Vergabe der Hauptpreise ist das 60. Internationale Filmfestival Karlovy Vary zu Ende gegangen. Den Kristallglobus gewann das in tschechischer Koproduktion entstandene Drama „Padlé ovoce“.
Der Film „Padlé ovoce“ (Fruit Gathering) ist beim 60. Internationalen Filmfestival Karlovy Vary mit dem Kristallglobus ausgezeichnet worden. Das Werk des Regisseurs Aung Phyoe erzählt in einem Wechselspiel aus Zärtlichkeit und Härte davon, wie weibliche Wünsche in einer Gesellschaft überleben, in der Nähe und Liebe zwischen Frauen weiterhin als inakzeptabel gelten.
Der Film entstand als Koproduktion zwischen Myanmar, Tschechien und Frankreich. Regisseur Aung Phyoe nahm den Hauptpreis aus den Händen von Juliette Binoche entgegen, die nur wenige Augenblicke zuvor selbst ausgezeichnet worden war.

„Schon die Einladung nach Karlovy Vary war großartig. Ich habe gar nicht gefragt, in welcher Sektion der Film gezeigt wird – alles wäre gut gewesen“, sagte der überraschte Regisseur. Es sei sein erster Film, sein erstes großes Festival und zugleich seine erste Auszeichnung.
Auch der tschechische Koproduzent Vít Janeček würdigte die langjährige internationale Zusammenarbeit hinter dem Projekt. Solche Partnerschaften entstünden nicht auf Branchenforen, sondern durch Begegnungen, Freundschaft und Vertrauen über viele Jahre hinweg.
Proxima-Preis für slowakisch-tschechische Romanze
Den Hauptpreis im Wettbewerb Proxima für Filme mit progressiver Erzählform erhielt die verspielte Romanze „Milovník, ne bojovník“ (Lover, Not a Fighter). Der Film von Regisseurin Martina Buchelová erzählt von einem verliebten, etwas orientierungslosen jungen Mann und den Menschen in seinem Umfeld.

Die Produktion entstand in slowakisch-tschechischer Zusammenarbeit. Produzentin Julie Marková Žáčková sagte bei der Preisverleihung, sie wünsche sich, dass die Menschen häufiger Liebende und seltener Kämpfer seien. Wenn gekämpft werde, dann für gute Dinge und für Menschen, die keine eigene Stimme hätten.
Produzentin Erika Paulinská betonte zudem die Bedeutung einer unabhängigen, fachlichen und fairen Förderung junger Filmschaffender. Der Film zeige, dass sich Hindernisse mit Liebe, Menschlichkeit, Empathie und Humor überwinden ließen.
Zwei Preise für dänisches Familiendrama
Das dänische Familiendrama „Nečekaný host“ (Unexpected Guest) erhielt sowohl den Regiepreis für den Debütanten Mads Mengel als auch den Sonderpreis der Jury. Mengel berichtete in seiner Dankesrede von den emotionalen Reaktionen des Publikums und davon, dass ihn Zuschauer auf den Straßen von Karlovy Vary umarmt hätten.

Der Preis für die beste männliche Hauptrolle ging an den 71-jährigen Laiendarsteller Ghassan Saad für seine Leistung in der libanesischen Koproduktion „The Pipe“. Als beste Schauspielerin wurde Anna Schinz für das Schweizer Drama „Happy Family“ ausgezeichnet.
Publikumspreis für Dokumentarfilm über Bára Basiková
Der Publikumspreis der Tageszeitung Právo ging an den Langzeitdokumentarfilm „Bára Basiková“ von Helena Třeštíková. Die Regisseurin dankte der bekannten tschechischen Sängerin für ihre Offenheit und Authentizität. Zugleich nutzte sie ihre Dankesrede für einen Appell zur Sicherung der bisherigen Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens. Ohne eine stabile Finanzierung könnten aufwendige und langfristige Dokumentarprojekte dieser Art künftig kaum noch entstehen. Karlovy Vary International Film Festival Webseite | Facebook | Instagram








