Ostermontag in Tschechien: Zwischen Tradition und Wandel
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In den letzten Jahren entbrennt vor Ostern regelmäßig eine lebhafte Diskussion über die Pomlázka

Zwischen gelebter Tradition und modernen Gewohnheiten: Der Ostermontag in Tschechien steht traditionell für alte Bräuche – doch längst nicht alle werden noch gepflegt.
Der Ostermontag markiert in Tschechien traditionell den Höhepunkt der Osterfeiertage und steht ganz im Zeichen von Volksbräuchen, die symbolisch das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings markieren.
Am Ostermontag gehen Burschen und Männer von Haus zu Haus und „peitschen“ Mädchen und Frauen symbolisch mit einer Rute, der sogenannten „Pomlázka“. Dieses „Peitschen“ soll der Tradition zufolge den Frauen das ganze Jahr über Schönheit und Frische bringen. Als Gegenleistung erhalten die sogenannten „Koledníci“ bunt verzierte Eier, Bänder für die Rute, Süßigkeiten oder – bei Erwachsenen – auch Alkohol.

In den letzten Jahren entbrennt vor Ostern regelmäßig eine lebhafte Diskussion über die Pomlázka. Laut einer Umfrage der Agentur NMS Market Research aus dem vergangenen Jahr hat jede vierte Frau in Tschechien im Zusammenhang mit dem Schlagen mit der Pomlázka bereits blaue Flecken oder andere Spuren davongetragen. 44 Prozent der Frauen berichten von Schmerzen und 19 Prozent von Gefühlen der Hilflosigkeit oder Erniedrigung. Aus der genannten Studie geht jedoch auch hervor, dass mehr als die Hälfte der Männer diesen Brauch nicht mag und mehr als ein Fünftel ihn sogar meidet.
Einige der Bräuche sind jedoch weiterhin verbreitet: Ein Großteil der Bevölkerung färbt Eier und backt traditionelles Gebäck wie einen Mazanec (Osterbrot) oder ein Osterlamm. Viele dekorieren ihr Zuhause und verbringen die Feiertage im Kreis von Familie oder Freunden.
Mit dem Ostermontag enden auch die Feiertage: Für Schulkinder gehen die Osterferien zu Ende, und für Berufstätige endet ein verlängertes Wochenende. Auf den Straßen wird daher mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet.





