Neuer Metropolitní plán tritt in Prag in Kraft
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Neuer Flächennutzungsplan soll Stadtentwicklung für Jahrzehnte prägen – Schwerpunkt auf Brownfields, Wohnungsbau und öffentlichem Verkehr

Prag hat seit Anfang September einen neuen Flächennutzungsplan. Der sogenannte Metropolitní plán ersetzt das bisherige Regelwerk aus dem Jahr 1999 und soll die städtebauliche Entwicklung der tschechischen Hauptstadt für die kommenden Jahrzehnte bestimmen.
Das Prager Stadtparlament hatte den neuen Plan Ende Mai verabschiedet. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um einen grundlegenden Einschnitt für die weitere Entwicklung Prags. Vor allem bislang unzureichend genutzte Flächen sollen künftig stärker für Wohnungsbau und neue Stadtviertel erschlossen werden.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf ehemaligen Industrie- und Gewerbeflächen sowie Gebieten mit guter Anbindung an den Schienenverkehr. „Der Metropolitní plán konzentriert die Bebauung sinnvoll dort, wo geeignete Bedingungen bestehen – insbesondere auf Brownfields und in der Nähe des Schienenverkehrs“, erklärte der für Stadtentwicklung zuständige stellvertretende Oberbürgermeister Petr Hlaváček.
Gleichzeitig seien sämtliche wichtigen Entwicklungs- und Verkehrsprojekte berücksichtigt worden. Grünflächen in Wohngebieten sowie die historischen und denkmalgeschützten Werte der Hauptstadt sollen weiterhin geschützt werden.

Potenzial für bis zu 350.000 Wohnungen
Ausgearbeitet wurde der Metropolitní plán vom Prager Institut für Planung und Entwicklung (IPR). Anders als der bisherige Flächennutzungsplan soll das neue Regelwerk weniger starr festlegen, welche konkrete Nutzung auf einzelnen Grundstücken erlaubt ist. Stattdessen steht stärker die Struktur der Stadt im Mittelpunkt.
„Der Plan verlässt die reine Festlegung funktionaler Flächennutzungen und legt größeren Wert auf die Struktur der Stadt“, erklärte IPR-Direktor Ondřej Boháč. Dadurch solle flexibler auf den tatsächlichen Bedarf der Bevölkerung reagiert werden können, während wichtige städtebauliche Vorgaben weiterhin verbindlich bleiben.

Nach Angaben des IPR schafft der Plan Voraussetzungen für neue Stadtviertel mit einem theoretischen Potenzial von bis zu 350.000 Wohnungen. Er führt zudem erstmals umfassendere Höhenregelungen für Gebäude ein und legt Flächen fest, die langfristig für Natur und Grünräume innerhalb der Stadt gesichert werden sollen.
Auch geplante Verkehrsprojekte sowie notwendige öffentliche Infrastruktur wie Schulen, Dienstleistungen und weitere Einrichtungen sind im Plan berücksichtigt.
14 Jahre Vorbereitung
Die Arbeiten am Metropolitní plán dauerten insgesamt 14 Jahre. Die Öffentlichkeit konnte sich in drei Runden an der Ausarbeitung beteiligen. Öffentliche Anhörungen fanden 2018, 2022 und 2025 statt.
Von dem neuen Regelwerk erhofft sich die Stadt unter anderem schnellere Genehmigungs- und Bauprozesse. Die modernere und flexiblere Struktur soll außerdem dazu beitragen, dass künftig weniger nachträgliche Änderungen am Flächennutzungsplan notwendig werden.
Der Metropolitní plán soll damit zur zentralen Grundlage für die Entwicklung neuer Wohnviertel, die Umgestaltung großer Brownfields und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Prag werden.









