Neue Wege in der Kernenergie: Tschechien und Deutschland prüfen Kooperation bei kleinen modularen Reaktoren
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Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček führte in Berlin Gespräche mit der deutschen Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche sowie dem Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger

Tschechien und Deutschland könnten bei der Atomenergie künftig gemeinsame Wege gehen: Im Fokus stehen kleine modulare Reaktoren (SMR). ČEZ ist bereits an Rolls-Royce SMR beteiligt und könnte von einer verstärkten Kooperation profitieren.
Tschechien und Deutschland könnten künftig bei kleinen modularen Reaktoren (SMR) kooperieren. Das erklärte der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček (ANO) nach Gesprächen mit der deutschen Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche in Berlin.
Nach Angaben Havlíčeks erkundigte sich Reiche nach dem Stand der SMR-Entwicklung in Tschechien. „Da die Tschechische Republik über ČEZ Miteigentümer eines Unternehmens ist, das kleine modulare Reaktoren herstellt – konkret Rolls-Royce –, haben wir selbstverständlich ein Interesse daran, dass sich diese Technologie auch in anderen Ländern durchsetzt und die tschechische Industrie daran beteiligt ist“, so Havlíček nach dem Treffen.

Der Energiekonzern ČEZ hatte seinen Einstieg bei Rolls-Royce SMR im vergangenen Sommer abgeschlossen und hält dort einen Anteil von rund 20 Prozent. Reiche habe bei den Gesprächen nicht ausgeschlossen, dass auch Deutschland künftig auf SMR setzen könnte, so Havlíček.
Neubewertung der Atomenergie in Deutschland
Mit dem Amtsantritt der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz ist in Deutschland erneut eine Debatte über die Nutzung von Kernenergie entfacht. Als profilierter Befürworter, insbesondere mit Blick auf SMR, gilt der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder. Havlíček wird am Montag an einem Treffen von Premierminister Andrej Babiš (ANO) und Ministerpräsident Söder in München teilnehmen. Auch dort soll die künftige Rolle der Kernenergie ein zentrales Thema sein.

Europa stärken durch Wachstum und den Einsatz von neuen Technologien
Neben der deutschen Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche traf Havlicek auch den Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger. Beide Minister waren sich einig, dass Europa im Wettbewerb nur vorne bleibt, wenn ein Umfeld geschaffen wird, in dem Unternehmen wachsen und wirtschaftlichen Aufschwung vorantreiben können. Weitere Themen des Austauschs waren Deregulierung und der gezielte Einsatz neuer Technologien.








