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Neue Ausstellung im Nationalmuseum Prag: Die Přemysliden – die Herrscherfamilie, die Böhmen zum Königreich machte

900 Exponate, königliche Schätze und ungelöste Geheimnisse der böhmischen Geschichte

Neue Ausstellung im Nationalmuseum Prag: Die Přemysliden – die Herrscherfamilie, die Böhmen zum Königreich machte
Foto: Národní muzeum

Das Nationalmuseum Prag widmet seine größte Ausstellung des Jahres der Dynastie der Přemysliden. In Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Prager Burg zeigt das Museum in seinem historischen Gebäude mehr als 900 Exponate zur Geschichte jener Herrscherfamilie, die Böhmen zum Königreich formte und die Entwicklung Mitteleuropas entscheidend prägte.


Unter dem Titel „Přemyslovci – panovnická dynastie a její doba“ (Die Přemysliden – die herrschende Dynastie und ihre Zeit) präsentiert die neue Ausstellung zahlreiche außergewöhnliche Leihgaben aus Tschechien und dem Ausland. Viele der Exponate werden nur selten öffentlich gezeigt. Dazu zählen unter anderem der romanische Sarkophag des sogenannten heiligen Longinus, die Königskrone aus Środa Śląska, Grabtextilien der heiligen Ludmila, die Begräbniskleinodien von Přemysl Ottokar II., dessen Schwert sowie der persönliche Ring von Přemysl Ottokar I.


Nach Angaben des Museums stammt ein Großteil der Exponate aus den Sammlungen des Nationalmuseums sowie von fast 70 tschechischen und internationalen Institutionen. Die Ausstellung soll die Geschichte der Přemysliden (Přemyslovci) nicht als klassische Abfolge von Herrschern und Jahreszahlen erzählen, sondern als lebendige Geschichte einer Dynastie voller Machtkämpfe, politischer Intrigen, Kriege und gesellschaftlicher Veränderungen.


Neue Ausstellung im Nationalmuseum Prag: Die Přemysliden – die Herrscherfamilie, die Böhmen zum Königreich machte
Foto: Národní muzeum

Die Ausstellung führt Besucher chronologisch von den legendären Ursprüngen der Dynastie bis zu ihrem Ende im frühen 14. Jahrhundert. Einen zentralen Teil bildet die bekannte Legende um Fürstin Libuše und den Pflüger Přemysl, die als symbolischer Ursprung der Herrscherdynastie gilt.


Auch die bekanntesten Konflikte der böhmischen Geschichte spielen in der Ausstellung eine wichtige Rolle. Thematisiert werden unter anderem der Machtkampf zwischen der heiligen Ludmila und ihrer Schwiegertochter Drahomíra sowie die Ermordung des heiligen Wenzel in Stará Boleslav.


Neue Ausstellung im Nationalmuseum Prag: Die Přemysliden – die Herrscherfamilie, die Böhmen zum Königreich machte
Foto: Národní muzeum

Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich dem Aufstieg Böhmens zum Königreich unter Přemysl Ottokar I. sowie der Herrschaft von Přemysl Ottokar II., dessen Reich zeitweise bis an die Adriaküste reichte. Zu den eindrucksvollsten Exponaten gehören die königlichen Begräbniskleinodien aus seinem Grab, darunter Krone, Zepter und Reichsapfel.


Generaldirektor Michal Lukeš bezeichnete die Ausstellung als eines der bedeutendsten Museumsprojekte des Jahres. Die Präsentation sei nicht nur im tschechischen, sondern auch im europäischen Kontext außergewöhnlich. Ziel sei es, die Geschichte der Přemysliden auf anschauliche Weise einem breiten Publikum näherzubringen.


Neue Ausstellung im Nationalmuseum Prag: Die Přemysliden – die Herrscherfamilie, die Böhmen zum Königreich machte
Foto: Národní muzeum

Auch die Prager Burg beteiligt sich mit zahlreichen selten gezeigten Leihgaben an der Ausstellung. Nach Angaben von Burgdirektor Pavel Vyhnánek wurden mehr als 90 Objekte aus den Sammlungen der Burg zur Verfügung gestellt, darunter wertvolle Textilien aus dem Grab der heiligen Ludmila aus dem 10. Jahrhundert.


Die Ausstellung „Přemyslovci – panovnická dynastie a její doba“ ist bis zum 15. Oktober 2026 im historischen Gebäude des Nationalmuseums in Prag zu sehen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr.



Nationalmuseum Prag | (Národní muzeum) 

Václavské nám. 68, 110 00 Nové Město

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