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Methamphetamin und Marihuana weiterhin die am weitesten verbreiteten Drogen in Tschechien

Der Kokainmarkt in Tschechien wächst aufgrund sinkender Preise, während der Heroinhandel stagniert

Drogenbericht 2023: Methamphetamin und Marihuana weiterhin die am weitesten verbreiteten Drogen in Tschechien
Foto: Loren Biser | Unsplash

Der neue Jahresbericht des Nationalen Drogenkontrollzentrums (NPC) für das Jahr 2023 zeigt auf, dass die Tschechische Republik weiterhin die höchste Anzahl kleiner Methamphetamin-Labors in Europa aufweist. Diese Form der Drogenproduktion dominiert nach wie vor das Land, obwohl zunehmend billigeres "mexikanisches Methamphetamin" aus den Niederlanden und Belgien, insbesondere nahe der deutschen Grenze, auftaucht.


Das in Tschechien hergestellte Methamphetamin wird vorwiegend in kleinen heimischen Küchen produziert, während Ausländer maßgeblich am illegalen Handel beteiligt sind. Diese kleinen Labors produzieren pro Zyklus etwa 50 Gramm der Droge, die teils für den Eigenverbrauch und teils für den Verkauf an Stammkunden, auch aus den Nachbarländern, bestimmt ist. Hunderte solcher Kleinküchen sind im Land aktiv. Größere Labors hingegen produzieren Methamphetamin überwiegend für den Export ins Ausland.


Trotz der niedrigen Preise hat das aus Mexiko stammende Methamphetamin in Tschechien noch nicht stark an Beliebtheit gewonnen. Konsumenten bemängeln die minderwertige Qualität und den geringeren Wirkstoffgehalt im Vergleich zum lokal produzierten Methamphetamin. Der Preis für importiertes "mexikanisches Methamphetamin" liegt zwischen 375.000 und 400.000 CZK pro Kilogramm, während ein Gramm für etwa 1.000 CZK verkauft wird. Das tschechische Methamphetamin hingegen wird für 500.000 bis 600.000 CZK pro Kilogramm gehandelt, mit einem Preis von 1.000 bis 2.000 CZK pro Gramm.


Die NPC (Národní protidrogová centrála) Berichte zeigen, dass Drogentourismus an allen tschechischen Grenzen existiert. Besonders in Sachsen und Bayern bleibt das tschechische Methamphetamin dominierend, während in anderen deutschen Bundesländern der Einfluss abnimmt und die Produktion aus dem Westen überwiegt. Ähnliches gilt für die österreichische Grenze, wo Methamphetamin in größere Städte weiterverkauft wird.


Im vergangenen Jahr wurden in der Tschechischen Republik etwa 3.500 Personen im Zusammenhang mit Drogendelikten strafrechtlich verfolgt. Die meisten Fälle betrafen die illegale Herstellung und den Verkauf von Betäubungsmitteln, gefolgt von Besitzdelikten für den Eigenbedarf. Die Polizei beschlagnahmte Vermögenswerte und Geldmittel im Wert von über 145 Millionen CZK sowie Drogen im Wert von über 1,4 Milliarden CZK.


Methamphetamin und Marihuana bleiben die am weitesten verbreiteten Drogen in Tschechien. Es tauchen jedoch zunehmend neue psychoaktive Substanzen auf dem Markt auf. Ein besorgniserregender Trend ist der Verkauf von psychoaktiven Substanzen in Form von Sammlerstücken, die in Verkaufsautomaten und Geschäften angeboten werden. Die Regierung hat bereits einige dieser Substanzen verboten, weitere Verbote sind geplant.


Der Kokainmarkt in Tschechien wächst aufgrund sinkender Preise, während der Heroinhandel stagniert und hauptsächlich von kriminellen Gruppen aus dem Balkan organisiert wird. Eine Renaissance gibt es hingegen des Experimentierens mit Psychedelika, und Ecstasy-Tabletten mit MDMA werden wieder verstärkt in der Tanzszene konsumiert. Fentanyl bleibt eine Sorge, jedoch wurden in Tschechien noch keine Produktionsstätten entdeckt.

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