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Laurin & Klement CCCC: Seltener Vierzylinder aus Italien als Leihgabe im Škoda Muzeum Mladá Boleslav

Ein außergewöhnliches Exponat erweitert die Ausstellung für 18 Monate – ein weltweit einzigartiges Motorrad aus der Frühzeit des Motorenbaus

Laurin & Klement CCCC: Seltener Vierzylinder aus Italien als Leihgabe im Škoda Muzeum
Foto: Škoda Muzeum

Ein außergewöhnliches Stück Technikgeschichte ist derzeit im Škoda Muzeum zu sehen: der weltweit einzige erhaltene Laurin-&-Klement-Motorradtyp CCCC. Der seltene Vierzylinder gilt als Meilenstein der frühen Motorradentwicklung und steht exemplarisch für den Pioniergeist der Ingenieure in Mladá Boleslav zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


Die Ausstellung des Škoda Muzeum in Mladá Boleslav ist um eine besondere Rarität gewachsen: Für eine Dauer von eineinhalb Jahren ist dort der einzige erhaltene Laurin-&-Klement-Motorradtyp CCCC zu sehen. Das historische Fahrzeug wurde vom Museo Storico della Motorizzazione Militare nach Mladá Boleslav ausgeliehen – mit Zustimmung des italienischen Kulturministeriums.


Der zwischen 1903 und 1906 entstandene Prototyp zählt zu den frühesten Motorrädern weltweit mit einem Reihen-Vierzylindermotor. Bereits zur damaligen Zeit galt das Modell als Ausdruck bemerkenswerter Ingenieurskunst und unterstreicht die frühe Kompetenz der Motorenentwicklung in Mladá Boleslav – ein Bereich, der bis heute eine zentrale Rolle bei Škoda Auto spielt.


Technischer Pioniergeist auf zwei Rädern


Die Motorradproduktion von Laurin & Klement begann bereits 1899. Vom Modell CCCC entstanden vermutlich nur rund fünf Exemplare, verteilt auf mehrere Entwicklungsstufen. Der Einsatz eines Reihen-Vierzylindermotors war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine technische Ausnahmeerscheinung und verdeutlicht den experimentellen Ansatz der Konstrukteure.


Laurin & Klement CCCC: Seltener Vierzylinder aus Italien als Leihgabe im Škoda Muzeum
Foto: Škoda Muzeum

Die erste Version bestand noch aus vier hintereinander angeordneten Einzylindern mit einem Hubraum von 471 cm³. Spätere Varianten führten zu einer kompakteren Bauweise mit paarweise gruppierten Zylindern.


Beim nun ausgestellten Exemplar handelt es sich um die technisch ausgereifteste Entwicklungsstufe: ein luftgekühlter Vierzylinder mit 570 cm³ Hubraum, SV-Ventilsteuerung und dreifach gelagerter Kurbelwelle. Mit einer Leistung von 6 PS erreichte das Motorrad eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 75 km/h. Experten gehen davon aus, dass dieses Modell in genau dieser Konfiguration nur einmal gebaut wurde.


Bemerkenswert: Zum Fahrzeug existieren lediglich wenige technische Zeichnungen – fotografische Dokumente fehlen vollständig. Auch das trägt zur besonderen Bedeutung des Exponats bei.


Die Leihgabe kam erst nach langjährigen Verhandlungen zustande. Neben Fachleuten beider Museen waren auch Vertreter des Technischen Museums (Národní technické muzeum) sowie diplomatische Akteure beider Länder beteiligt. Unterstützung erhielt das Projekt zudem von Petr Pavel.


Das Motorrad ist nun bis September 2027 im Originalzustand in der Hauptausstellung des Museums zu sehen.


Laurin & Klement CCCC: Seltener Vierzylinder aus Italien als Leihgabe im Škoda Muzeum
Foto: Škoda Muzeum

Motorenkompetenz mit über 125 Jahren Tradition


Die Wurzeln der Motorenentwicklung in Mladá Boleslav reichen bis ins Jahr 1899 zurück, als mit dem Modell Slavia Typ A der erste eigene Antrieb entstand. Seitdem hat sich Škoda Auto zu einem wichtigen Entwicklungsstandort innerhalb der Volkswagen Group entwickelt.


Heute verantwortet das Unternehmen unter anderem die Entwicklung der Motorenreihe EA 211 sowie zahlreicher Getriebevarianten für den Konzern. Moderne Testeinrichtungen ermöglichen dabei Prüfleistungen von bis zu 400 kW.


Die Präsenz des Laurin-&-Klement-Modells CCCC im Museum schlägt damit eine Brücke von den Anfängen des Motorenbaus bis zur Gegenwart – und macht deutlich, wie tief die technische Tradition am Standort verwurzelt ist. Škoda Museum | Mladá Boleslav

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