Kratom und synthetische Drogen: Verstöße bei 63 Prozent der überprüften Verkaufsstellen
- Tschechien News

- 20. Aug.
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Bei landesweiten Kontrollen zu Kratom und synthetischen psychoaktiven Substanzen wurden fast 900 Gesetzesverstöße dokumentiert

Bei einer landesweiten Kontrollaktion zu Kratom und synthetischen psychoaktiven Substanzen wurden bei 63 Prozent der überprüften Verkaufsstellen Verstöße festgestellt. Die tschechische Regierung plant nun umfassende gesetzliche und organisatorische Änderungen.
Eine groß angelegte Kontrollaktion hat erhebliche Verstöße beim Verkauf psychoaktiver Substanzen in Tschechien aufgedeckt. Bei 63 Prozent der fast 1.000 überprüften Verkaufsstellen und Vertriebsorte stellten die Behörden Gesetzesverstöße fest.
Die ressortübergreifende Arbeitsgruppe für psychoaktive Substanzen hat die Ergebnisse der Kontrollaktion KORUND vorgestellt. Unter der Leitung des tschechischen Innenministeriums beteiligten sich erstmals alle zuständigen Ministerien gemeinsam an dem Einsatz – darunter die Ressorts für Gesundheit, Finanzen, Industrie und Handel sowie Landwirtschaft.
Im Mittelpunkt der Kontrollen standen der illegale Umgang mit Kratom und der Vertrieb gefährlicher synthetischer psychoaktiver Substanzen. Insgesamt dokumentierten die Behörden fast 900 rechtswidrige Handlungen. In 373 Fällen besteht der Verdacht auf eine Straftat.

Fast eine halbe Million Produkte sichergestellt
Im Zuge der Aktion wurden nahezu 500.000 Produkte beschlagnahmt. Für weitere mehr als 17.000 Erzeugnisse ordneten die Behörden die Vernichtung an. Aus dem Verkehr gezogen wurden zudem 3.000 Kilogramm Haschisch, 1.300 Kilogramm Kratom, 11,7 Tonnen getrocknetes Cannabis mit niedrigem Wirkstoffgehalt sowie 22,6 Kilogramm synthetische Cannabinoide.
Die Ermittler identifizierten außerdem 169 riskante Internetdomains. Insgesamt wurden 25 Onlineshops gesperrt und entsprechende Angebote aus 96 Verkaufsautomaten entfernt. Labore untersuchten mehr als 3.000 Proben. In 87 Prozent davon wiesen sie gefährliche synthetische psychoaktive Substanzen nach.
Innenminister fordert Schließung rechtlicher Lücken
Nach Einschätzung von Innenminister Lubomír Metnar zeigen die Ergebnisse, dass Kontrollen allein nicht ausreichen. „Wir müssen die rechtlichen Lücken schließen, die es dem Markt ermöglichen, die Vorschriften zu umgehen. Zugleich müssen wir sicherstellen, dass der Staat schneller auf neue gefährliche Substanzen und Vertriebswege reagieren kann“, erklärte Metnar. Ziel sei es, die Verfügbarkeit dieser Stoffe zu verringern und insbesondere Kinder und Jugendliche besser zu schützen.
Als Reaktion auf die festgestellten Probleme bereiten die beteiligten Ministerien nun umfassende Änderungen vor. Geplant sind insgesamt 16 gesetzgeberische sowie 17 organisatorische und technische Maßnahmen. Diese sollen den Zugang zu gefährlichen Substanzen erschweren und den Schutz der öffentlichen Gesundheit verbessern.









