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Hochleistungstrasse Prag–Dresden–Berlin auf der Kippe

Hohe Kosten und Haushaltsdefizit stellen die Zukunft des Projekts infrage

Hochgeschwindigkeitsbahn Prag–Dresden–Berlin auf der Kippe
Foto: Vysokorychlostní tratě ČR

Das geplante Hochgeschwindigkeitsnetz zwischen Prag, Dresden und Berlin könnte deutlich kleiner ausfallen als gedacht. Hohe Investitionen und knappe Staatsfinanzen bremsen das Vorhaben. Nun richtet sich der Blick auf mögliche EU-Hilfen.


Die geplante Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Prag, Dresden und Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft. Ursprünglich war ein Streckennetz mit Zügen bis zu 320 km/h geplant, das mehrere Städte im In- und Ausland verbinden sollte. Doch die Kosten werden mittlerweile auf mindestens 1,1 Billionen Kronen (rund 45 Milliarden Euro) geschätzt – zu viel angesichts der aktuellen Haushaltslage.


Tschechien kämpft derzeit mit einem Defizit von rund 310 Milliarden Kronen. Der neue Verkehrsminister Ivan Bednárik bezeichnet die Pläne der Vorgängerregierung in einem Interview mit dem ARD Studio Prag als überambitioniert. Der Bau würde jährlich zusätzliche Schulden von 100 bis 150 Milliarden Kronen verursachen. Vor diesem Hintergrund hält er das Projekt in der bisherigen Form für nicht realisierbar.


Foto: Ministerstvo dopravy ČR
Foto: Ministerstvo dopravy ČR

Eine vollständige Absage steht jedoch nicht fest. Mit Unterstützung der Europäischen Union könnte zumindest ein Teil der Pläne umgesetzt werden. Die EU will den Ausbau schneller Bahnverbindungen zwischen europäischen Hauptstädten vorantreiben, um den Flugverkehr zu ersetzen. Allerdings sind die verfügbaren Fördermittel begrenzt. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen wird frühestens im Sommer erwartet.


Unklar ist auch die Zukunft des geplanten Erzgebirgstunnels, der Teil der Strecke zwischen Prag und Dresden sein sollte. Unabhängig von der Hochgeschwindigkeitsbahn gilt er als wichtig, da die bestehende Strecke durch das Elbtal stark ausgelastet ist. Der Tunnel könnte vor allem den Güterverkehr entlasten, auch wenn sich die Reisezeit nur moderat verkürzen würde.


Auch bessere Anbindung an Bayern gefordert


Neben der Verbindung nach Sachsen braucht es zudem eine bessere Anbindung an Bayern. Entlang der rund 820 Kilometer langen Grenze zwischen Tschechien und Deutschland gibt es bislang nur einen leistungsfähigen Bahnübergang bei Děčín. Bei einem Besuch in München brachte Premierminister Andrej Babiš daher die Modernisierung der Strecke bei Furth im Wald ins Gespräch. Die Verbindung ist derzeit teilweise eingleisig und nicht vollständig elektrifiziert. Ein Ausbau könnte insbesondere für den Güterverkehr zwischen Tschechien und Bayern neue Perspektiven eröffnen.

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