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Gesuchter deutscher Neonazi Marla Svenja Liebich in Tschechien verhaftet

Liebich landet im härtesten Männergefängnis Tschechiens: Pilsen-Bory

Gesuchter deutscher Neonazi Marla Svenja Liebich in Tschechien verhaftet
Foto: Marla Svenja Liebich | X

Nach monatelanger Fahndung ist ein gesuchter deutscher Neonazi in Tschechien gefasst worden. Die Festnahme erfolgte nahe der deutsch-tschechischen Grenze. Ein Gericht in Pilsen schickte den Mann in Untersuchungshaft.


Nach der Festnahme des per europäischem Haftbefehl gesuchten deutschen Neonazis Marla Svenja Liebich hat ein Gericht in Pilsen Untersuchungshaft angeordnet. Wie das Nachrichtenportal novinky.cz berichtet, hatte die tschechische Polizei den per internationalen Haftbefehl Gesuchten unter der Woche im Ort Krásná (Schönbach bei Asch) im Bezirk Cheb aufgegriffen.


Das Kreisgericht in Pilsen (Plzeň) entschied am Freitag, Liebich in Untersuchungshaft zu nehmen. Der Neonazi tritt seit einer amtlichen Geschlechtsänderung unter dem Namen Marla Svenja Liebich auf. In Deutschland hatte sie im vergangenen Jahr eine Haftstrafe nicht angetreten, woraufhin Interpol mehrere Monate nach ihr fahndete.


Gesuchter deutscher Neonazi Marla Svenja Liebich in Tschechien verhaftet
Foto: Vězeňská Služba ČR

Wie Richter Tomáš Mahr dem Nachrichtenportal mitteilte, habe der Festgenommene während der Anhörung der Auslieferung nach Deutschland widersprochen. Zur Begründung habe er angegeben, den Haftantritt bewusst verweigert zu haben, da er eine Verletzung seiner Bürgerrechte befürchte. Nach Angaben des Pilsener Staatsanwalts Jiří Komorous wird nun das übliche Auslieferungsverfahren eingeleitet. Eine Entscheidung werde voraussichtlich innerhalb weniger Wochen fallen.


Hintergrund ist ein Urteil eines Gerichts in Halle aus dem Jahr 2023. Damals war Liebich – damals noch als Sven Liebich – wegen Volksverhetzung, Verleumdung und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Nach der amtlichen Geschlechtsänderung hätte die Strafe in einer Frauenhaftanstalt in Chemnitz verbüßt werden sollen.


Gefängnis war Teil einer Netflix-Serie: „Die härtesten Gefängnisse der Welt“


Liebich landete laut Bild.de im härtesten Männergefängnis Tschechiens: Pilsen-Bory. Das Gefängnis in Pilsen, eine der größten Haftanstalten in der Tschechischen Republik, diente bereits als Kulisse für eine Netflix-Serie, die sich mit den härtesten Gefängnissen der Welt beschäftigt. Das Gefängnis Bory wurde im 19. Jahrhundert erbaut und nimmt einen bedeutenden Platz in der tschechischen Geschichte ein. Während der kommunistischen Ära waren hier politische Dissidenten wie Václav Havel und Jiří Dienstbier sowie Unterzeichner der Charta 77 inhaftiert.

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