Drastische Kampagne in Prag aktualisiert - „0:1 für die Tram“: Verkehrsbetriebe reagieren auf tödlichen Unfall
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Die Verkehrsbetriebe wollen ihre Präventionsarbeit fortsetzen und weiter intensivieren – unter anderem in Zusammenarbeit mit Polizei und Verkehrssicherheitsorganisationen

Nach dem tödlichen Unfall eines Schulmädchens in Břevnov passen die Prager Verkehrsbetriebe ihre Kampagne an. Mit einer bewusst provokanten Botschaft wollen sie auf die Risiken im Straßenverkehr aufmerksam machen.
Nach dem tragischen Tod eines Schulmädchens nach einem Unfall mit einer Straßenbahn im Prager Stadtteil Břevnov haben die Prager Verkehrsbetriebe ihre laufende Sicherheitskampagne erneut zugespitzt. Die bereits bekannte Aktion wurde nach dem Unfall mit einer neuen, bewusst provokanten Botschaft versehen – und sorgt nun für Diskussionen.
Die Kampagne „Neskákej mi pod kola“ („Spring mir nicht unter die Räder“) läuft in Prag bereits seit längerer Zeit. Nach dem tödlichen Unfall vor rund zwei Wochen im Stadtteil Břevnov haben die Prager Verkehrsbetriebe (DPP) die Gestaltung jedoch angepasst: Auf Straßenbahnen ist nun die Anzeigetafel mit einem aktualisierten „Spielstand“ von 0:1 zwischen Fußgängern und Straßenbahnen zu sehen.
Die gelben Fahrzeuge tragen damit eine aktualisierte Version der Kampagne, die auf drastische Weise verdeutlichen soll, wie ungleich ein Zusammenstoß zwischen Mensch und Straßenbahn ist. Ergänzt wird die Darstellung durch weitere Warnhinweise.
Die Verkehrsbetriebe zeigen sich nach dem Unfall tief betroffen und sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Gleichzeitig richtet sich ein eindringlicher Appell insbesondere an Eltern: Kinder sollten im Straßenverkehr besonders aufmerksam sein, nicht direkt hinter haltenden Straßenbahnen die Straße überqueren und Ablenkungen wie laute Kopfhörer oder Smartphones vermeiden.
Bewusst zugespitzt statt abgeschwächt
Dass die Kampagne nach dem Unfall noch deutlicher formuliert wurde, ist laut DPP kein Zufall. Sprecher Daniel Šabík betonte gegenüber dem Nachrichtenportal Novinky.cz, dass nicht die Darstellung zu drastisch sei, sondern das Verhalten vieler Fußgänger im Alltag. Grundlegende Verkehrsregeln würden häufig missachtet – mit teils lebensgefährlichen Folgen.

Nach Einschätzung des Unternehmens zeigt die Kampagne Wirkung. Die Zahl der Zusammenstöße zwischen Straßenbahnen und Fußgängern ist zuletzt gesunken. Im Jahr 2025 registrierten die Verkehrsbetriebe 72 Kollisionen mit Fußgängern, rund 14,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Todesopfer blieb mit zwei Fällen jedoch unverändert.
Die meisten Unfälle endeten vergleichsweise glimpflich: In rund 82 Prozent der Fälle kam es zu keinen oder nur leichten Verletzungen, 16 Unfälle endeten mit schweren Verletzungen
Die Verkehrsbetriebe wollen ihre Präventionsarbeit fortsetzen und weiter intensivieren – unter anderem in Zusammenarbeit mit Polizei und Verkehrssicherheitsorganisationen. Gleichzeitig betont DPP, dass Aufklärung in Familien und Schulen eine zentrale Rolle für mehr Sicherheit im Straßenverkehr spielt. Neskákej mi pod kola! Webseite | Facebook | YouTube








