Böhmische Kronjuwelen im September kostenlos auf der Prager Burg zu sehen
- Tschechien News

- vor 3 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Die Ausstellung im Vladislavsaal widmet sich 500 Jahren Habsburgerherrschaft und zeigt erstmals seit Langem auch den königlichen Krönungsmantel

Krone, Zepter und Reichsapfel kehren im September für kurze Zeit ins Licht der Öffentlichkeit zurück. Ergänzt werden die böhmischen Kronjuwelen in diesem Jahr durch den Krönungsmantel von 1653 und weitere seltene historische Exponate.
Die böhmischen Kronjuwelen werden nicht wie ursprünglich angekündigt bereits am 18., sondern erst vom 19. bis zum 28. September 2026 im Vladislavsaal des Alten Königspalastes auf der Prager Burg ausgestellt. Der Eintritt ist auch in diesem Jahr kostenlos.
Bereits am Montag, dem 14. September, holen die sieben Schlüsselträger Krone, Zepter und Reichsapfel feierlich aus der Kronkammer im Veitsdom. Anschließend können zunächst angemeldete Schulklassen die Insignien besichtigen, bevor die Ausstellung am Samstag, dem 19. September, für die Öffentlichkeit öffnet.
„Die Zahlen sprechen für sich. Das Interesse der Tschechen an ihrer eigenen Geschichte und Staatlichkeit freut mich. Vor allem bestätigt es mich darin, dass die Entscheidung, die Kronjuwelen jedes Jahr auszustellen, sinnvoll ist“, erklärte der tschechische Präsident Petr Pavel.

Ausstellung unter dem Motto „Habsburger 500“
Das Konzept der Ausstellung wird jährlich verändert, um neue historische Perspektiven und Zusammenhänge zu vermitteln. In diesem Jahr steht sie unter dem Titel „Habsburger 500“. Anlass ist der 500. Jahrestag der Thronbesteigung Ferdinands I. von Habsburg in Böhmen im Jahr 1526.
Die Besucher erfahren mehr über das Schicksal der böhmischen Kronjuwelen vom Beginn der Habsburgerherrschaft bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Ausstellung zeichnet ihren Weg von der Aufbewahrung auf Burg Karlštejn im 16. Jahrhundert über ihre Verlegung nach Wien während des Dreißigjährigen Krieges bis zu ihrer feierlichen Rückkehr nach Prag im Jahr 1791 nach.
Königlicher Krönungsmantel wieder ausgestellt
Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr dem reich verzierten königlichen Zepter und dem Reichsapfel. Ferdinand I. hatte beide Insignien 1533 beim Augsburger Goldschmied Hans Haller in Auftrag gegeben. Ursprünglich dienten sie als persönliche Herrschaftszeichen des Monarchen. Im 17. Jahrhundert ersetzten sie jedoch die älteren gotischen Insignien und wurden Bestandteil der böhmischen Kronjuwelen.

Erstmals seit längerer Zeit wird zudem der königliche Krönungsmantel aus dem Jahr 1653 gezeigt, der bei den Krönungen böhmischer Könige im 18. Jahrhundert verwendet wurde.
Weitere Exponate dokumentieren die Aufbewahrung und den Schutz der Kronjuwelen. Dazu gehören historische Schlüssel der Hüter des Kronarchivs, mit denen früher die beiden Türen zum Archiv bei der Wenzelskapelle verschlossen wurden.
Das Interesse an den Kronjuwelen ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Im Herbst 2024 besuchten 46.609 Menschen die Ausstellung. Ein Jahr später waren es bereits 51.553 Besucher, darunter zahlreiche Schulklassen aus der gesamten Tschechischen Republik.









