Blutreserven in tschechischen Krankenhäusern teilweise auf kritischem Niveau
- Tschechien News

- vor 19 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Als Hauptgrund gilt der regelmäßige Rückgang der Spenderzahlen während der Sommerferien

Wegen des saisonalen Rückgangs der Spenderzahlen ruft das Gesundheitsministerium dringend zu Blutspenden auf – besonders angespannt ist die Lage in mehreren Prager Kliniken und in Ostrava.
Die Blutreserven in zahlreichen tschechischen Krankenhäusern sind während der Sommermonate deutlich zurückgegangen. An einigen Standorten haben sie bereits ein kritisches Niveau erreicht. Das Gesundheitsministerium ruft daher gemeinsam mit den Transfusionszentren zur Blutspende auf.
Der Mangel betrifft derzeit zahlreiche Transfusionseinrichtungen in der gesamten Tschechischen Republik. Die Situation kann sich abhängig von der jeweiligen Blutgruppe und dem aktuellen Verbrauch schnell verändern. Kritisch niedrige Bestände melden mehrere große Prager Krankenhäuser sowie das Universitätsklinikum Ostrava.
Als Hauptgrund gilt der regelmäßige Rückgang der Spenderzahlen während der Sommerferien. Wegen Urlaubsreisen kommen weniger Menschen zur Blutspende. Gleichzeitig nimmt der Bedarf in den Krankenhäusern nicht ab. Blut wird täglich bei Operationen, Geburten und der Behandlung schwer erkrankter Patienten benötigt. Im Sommer kommen zudem mehr Verletzungen und Verkehrsunfälle hinzu.
„Blut können wir weder herstellen noch vollständig ersetzen. Das tschechische Gesundheitswesen ist deshalb jeden Tag auf die Solidarität freiwilliger Spender angewiesen“, erklärte Gesundheitsminister Adam Vojtěch.
Inzwischen gehe es nicht mehr nur um einen Mangel bei einzelnen Blutgruppen. An zahlreichen Standorten seien die Vorräte deutlich gesunken und müssten so schnell wie möglich aufgefüllt werden.
„Ich wende mich daher an alle gesunden Menschen, die Blut spenden können: Wenn Sie die Möglichkeit haben, kommen Sie bitte in den nächsten Tagen zu Ihrer Transfusionsabteilung. Eine einzige Blutspende kann dazu beitragen, bis zu drei Menschenleben zu retten. Gerade jetzt ist die Hilfe der Spender außerordentlich wichtig“, so Vojtěch.
Lage unterscheidet sich je nach Region und Blutgruppe
Die Situation ist nicht in allen Regionen gleich. Während einige Einrichtungen über ausreichende Reserven verfügen, bewegen sich die Bestände andernorts an der unteren Grenze. Teilweise fehlen bestimmte Blutgruppen vollständig.
Der Mangel betrifft zudem nicht nur Blutkonserven. Das Institut für klinische und experimentelle Medizin (IKEM) warnt derzeit vor einem erheblichen Mangel an Thrombozytenspendern aller Blutgruppen.
Das Gesundheitsministerium empfiehlt deshalb, vor einem Besuch die Webseite oder die sozialen Netzwerke der nächstgelegenen Transfusionseinrichtung zu überprüfen. Dort informieren die Krankenhäuser fortlaufend über ihre aktuellen Bestände und darüber, welche Blutgruppen besonders dringend benötigt werden.
Blutspenden retten Leben – im Notfall und bei langfristigen Behandlungen
Blut wird nicht nur bei akuten Notfällen benötigt. Auch zahlreiche schwer erkrankte Patienten sind während ihrer langfristigen Behandlung regelmäßig auf Blutpräparate angewiesen. Bestimmte Therapien können die Blutbildung beeinträchtigen und wiederholte Transfusionen erforderlich machen.
Neben Patienten, die regelmäßig Blutpräparate benötigen, gibt es Situationen, in denen innerhalb weniger Augenblicke eine Transfusion notwendig wird. Dazu gehören insbesondere schwere Blutungskomplikationen während einer Geburt.
Das Gesundheitsministerium ruft sowohl regelmäßige als auch neue Spender dazu auf, den aktuellen Bedarf der nächstgelegenen Transfusionseinrichtung zu prüfen und in den kommenden Tagen Blut zu spenden. Blut werde das ganze Jahr über benötigt – auch während der Sommerferien. Blut spenden kann man nahezu in jeder Kreisstadt. Eine vorherige Untersuchung beim Hausarzt ist nicht erforderlich, alle notwendigen Schritte erfolgen direkt vor Ort. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite (CZ) des Tschechischen Roten Kreuzes.








