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Baugenehmigungen in Tschechien auf 25-Jahres-Tief – Prags Wohnungsdefizit wächst weiter

Das Wohnungsdefizit in Prag in diesem Zeitraum auf nahezu 100.000 Einheiten angewachsen

Baugenehmigungen in Tschechien auf 25-Jahres-Tief – Prags Wohnungsdefizit wächst weiter
Foto: Central Group

Die Zahl der Baugenehmigungen in Tschechien ist auf den niedrigsten Stand seit über 25 Jahren gefallen. Besonders in Prag verschärft sich die Lage weiter – mit spürbaren Folgen für Preise und Verfügbarkeit.


Während sich die Bauwirtschaft derzeit stabil zeigt, zeichnen die aktuellen Zahlen bei den Baugenehmigungen ein weit schlechteres Bild. Nach Angaben des Tschechischen Statistikamts (ČSÚ) wurden im vergangenen Jahr landesweit lediglich 61.613 Baugenehmigungen erteilt – der niedrigste Wert seit mehr als 25 Jahren.


In Prag wurden insgesamt 7.380 Wohnungen genehmigt, davon 5.907 in Mehrfamilienhäusern. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Minus von 10 beziehungsweise 15 Prozent. Seit fast zwei Jahrzehnten gelingt es der tschechischen Hauptstadt damit nicht, die Marke von 10.000 neu genehmigten und gebauten Wohnungen pro Jahr zu erreichen – eine Größenordnung, die für die Entwicklung der Metropole als notwendig gilt. Infolgedessen ist das Wohnungsdefizit in Prag in diesem Zeitraum auf nahezu 100.000 Einheiten angewachsen.


Baugenehmigungen in Tschechien auf 25-Jahres-Tief – Prags Wohnungsdefizit wächst weiter
Grafik: Central Group

Der anhaltende Mangel an neuen Wohnungen gilt als Haupttreiber für die weiter steigenden Immobilienpreise. Allein im vergangenen Jahr sank das Angebot neuer Wohnungen in Prag um weitere 10 Prozent. Bei gleichzeitig hoher Nachfrage verstärkt dies den Druck auf die Preise zusätzlich. Hinzu kommen stark gestiegene Kosten für Bauleistungen und Grundstücke.


Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sind die Wohnungspreise um insgesamt 180 Prozent gestiegen. Allein im letzten Jahr betrug der Anstieg 9 Prozent. Der durchschnittliche Preis liegt inzwischen bei 178.000 Kronen pro Quadratmeter – ein neuer Höchststand.


Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass das derzeitige Baugesetz seine Ziele nicht erfüllt. Ohne grundlegende systemische Änderungen ist weder eine langfristig tragfähige Entwicklung des Bausektors noch der Gesamtwirtschaft zu erwarten. An eine spürbare Verbesserung der Wohnraumverfügbarkeit ist unter diesen Bedingungen kaum zu denken.


Abhilfe könnte eine Novelle des Baugesetzes schaffen, die bereits die erste Lesung im Abgeordnetenhaus passiert hat. Entscheidend wird jedoch sein, dass das Gesetzgebungsverfahren nicht durch politische Verzögerungen ausgebremst und sein ursprüngliches Ziel nicht durch weitreichende Änderungsanträge verwässert wird.

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