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29. September 1938: 85 Jahre seit dem "Münchner Verrat"

Tschechoslowakei muss die Kontrolle über das Sudetenland abgeben

29. September 1938: 85 Jahre Münchner Verrat
Foto: Münchener Konferenz am 29. September 1938 | Bundesarchiv (wikipedia)

In der Nacht vom 29. auf den 30. September 1938, beim sogenannten "Münchner Abkommen", musste die Tschechoslowakei die Kontrolle über das Sudetenland aufgeben. Dies war ein entscheidender Moment, der das Schicksal des Landes besiegelte und gleichzeitig ein vergeblicher Versuch unternommen wurde, den Zweiten Weltkrieg zu verhindern.


In den frühen Morgenstunden des 30. September 1938 versuchten Vertreter aus Großbritannien (Neville Chamberlain), Frankreich (Édouard Daladier) und Italien (Benito Mussolini), den NS-Diktator Adolf Hitler und dessen Kriegsgelüste zu besänftigen. In Verhandlungen mit Hitler stimmten die drei Länder zu, dass die Tschechoslowakei die Kontrolle über das Sudetenland aufgeben würde. Das Sudetenland war eine Grenzregion zu Deutschland sowie Österreich, in der überwiegend Deutsche nach Sprache, Kultur und Eigenidentifikation lebten.


Vertreter der damaligen Tschechoslowakei waren nicht an diesen Verhandlungen beteiligt.

Der Einmarsch der Wehrmacht in das Sudetenland begann am 1. Oktober 1938. Ein internationaler Ausschuss wurde eingesetzt, um zukünftige Grenzen festzulegen und Volksabstimmungen in den restlichen Gebieten zu überwachen. Ähnliche Maßnahmen waren für die polnischen und ungarischen Minderheiten in der Tschechoslowakei geplant. Als Ergebnis des Abkommens besetzte Polen am 2. Oktober 1938 das Teschener Land. Nach bilateralen Verhandlungen erhielt Ungarn im Rahmen des Ersten Wiener Schiedsspruchs am 2. November 1938 Gebiete in der Südslowakei und der Karpatenukraine.


Obwohl das Abkommen auf Deutsch als Münchner Abkommen bezeichnet wird, trägt es im tschechischen Sprachraum den ehrlicheren Namen "Münchner Verrat" (Mnichovská zrada).


Die Idee zur Abspaltung der Grenzgebiete hatte ihre Ursprünge in der Gründung der Sudetendeutschen Partei (SdP) im Jahr 1933, einer rechtspopulistischen politischen Gruppierung, die der tschechischen Herrschaft feindlich gegenüberstand. Die SdP genoss in den tschechoslowakischen Gebieten, in denen rund 3 Millionen ethnische Deutsche die Mehrheit bildeten, eine überwältigende Unterstützung.


Trotz der Tatsache, dass das Münchner Abkommen als großer außenpolitischer Erfolg für das nationalsozialistische Deutschland erschien, war Hitler unzufrieden, da sein ursprüngliches Ziel darin bestand, die gesamte Tschechoslowakei zu erobern. Der NS-Diktator forcierte in der Folge die militärisch-strategischen und operativen Planungen und ließ am 15./16. März 1939 unter Bruch des Münchner Abkommens die sogenannte „Rest-Tschechei“ besetzen.

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