Žižkov-Tunnel soll zur öffentlichen Kunstgalerie werden
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Prager Stadtrat genehmigt Projekt mit zeitgenössischer Kunst und Kulturprogramm

Der mehr als 300 Meter lange Žižkov-Tunnel in Prag soll in den kommenden Jahren zu einem außergewöhnlichen Kulturraum werden. Geplant sind Kunstinstallationen, Ausstellungen und weitere öffentliche Veranstaltungen.
Der Žižkov-Tunnel in Prag soll künftig weit mehr sein als nur eine Verbindung zwischen den Stadtteilen Karlín und Žižkov. Der Prager Stadtrat hat am Montag die Überlassung eines Teils der Tunnelinnenwände an den Verein Spolek žižkovského tunelu beschlossen. Geplant ist die Umwandlung des Tunnels in eine öffentliche Galerie für zeitgenössische Kunst, ergänzt durch ein begleitendes Kulturprogramm. Die Vereinbarung wurde zunächst für einen Zeitraum von 15 Jahren geschlossen.
Der mehr als 300 Meter lange Fußgänger- und Fahrradtunnel unter dem Vítkov-Hügel verbindet seit über 70 Jahren die Thámova-Straße in Karlín mit dem Tachovské náměstí in Žižkov. Eigentümer ist die Stadt Prag, verwaltet wird die Anlage von der Technischen Straßenverwaltung (TSK).
Im Rahmen des Projekts soll nahezu die gesamte Innenverkleidung des Tunnels für künstlerische Zwecke genutzt werden. Ausgenommen bleiben technische Einrichtungen, Bereiche des Schutzbunkers sowie Flächen, die derzeit von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften genutzt werden.
Nach Angaben der Stadt soll der Tunnel künftig Werke führender tschechischer und internationaler Künstler präsentieren. Geplant sind unter anderem Wandmalereien, Mosaike, Licht- und Klanginstallationen, Fotografien, Videoprojekte sowie Skulpturen. Ziel ist es, den öffentlichen Raum aufzuwerten und gleichzeitig das Sicherheitsgefühl der täglich zahlreichen Nutzer zu verbessern.
Initiator des Projekts ist der Verein Spolek žižkovského tunelu. Zu dessen Gründungsmitgliedern gehört unter anderem der ehemalige Generaldirektor der Nationalgalerie Prag, Jiří Fajt, der die künstlerische Ausrichtung und das kuratorische Konzept verantwortet. Ebenfalls beteiligt sind der Musiker und Produzent David Koller, der Architekt Jiří Řezák vom Studio QARTA Architektura sowie der Unternehmer Martin Wichterle.
Neben der Kunst sollen auch die Bereiche an beiden Tunneleingängen für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt werden. Geplant sind Angebote insbesondere für Anwohner der Stadtbezirke Prag 3 und Prag 8 sowie für Familien mit Kindern. Die ursprüngliche Funktion des Tunnels als wichtige Verkehrsverbindung für Fußgänger und Radfahrer soll dabei vollständig erhalten bleiben.








