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Tschechische Behörden gehen gegen gefährliche Cannabis-Produkte und Kratom vor

Hintergrund der Maßnahme ist die steigende Zahl von Vergiftungsfällen, die in Zusammenhang mit synthetischen Cannabinoiden und illegal vertriebenem Kratom stehen

Tschechische Behörden gehen gegen gefährliche Cannabis-Produkte und Kratom vor
Foto: Policie České republiky

Bei einer landesweiten Kontrollaktion wurden zehntausende riskante Produkte sichergestellt. Die Behörden warnen vor schweren Gesundheitsfolgen durch synthetische Cannabinoide und illegal verkauftes Kratom.


Die tschechischen Behörden verschärfen ihr Vorgehen gegen den Verkauf gefährlicher psychoaktiver Produkte. Im Rahmen der landesweiten Kontrollaktion „Korund“, die Anfang Mai gestartet wurde, wurden bereits tausende Verstöße festgestellt und große Mengen potenziell gesundheitsgefährdender Waren aus dem Verkehr gezogen.


Hintergrund der Maßnahme ist die steigende Zahl von Vergiftungsfällen, die in Zusammenhang mit synthetischen Cannabinoiden und illegal vertriebenem Kratom stehen. An der Aktion beteiligen sich neben dem Innenministerium auch die Ministerien für Gesundheit, Landwirtschaft, Finanzen sowie Industrie und Handel. Unterstützt werden sie von Polizei, Zoll, Lebensmittelaufsicht, Gesundheitsbehörden, Feuerwehr und der Tschechischen Handelsinspektion.


Nach Angaben der Behörden handelt es sich nicht um ein generelles Verbot bestimmter Produkte. Ziel sei vielmehr, gegen besonders risikoreiche Erzeugnisse und Verstöße gegen geltendes Recht vorzugehen. Im Fokus stehen Produkte mit synthetischen oder halbsynthetischen Cannabinoiden sowie illegal verkaufte Kratom-Produkte. Diese Stoffe können insbesondere in hohen Dosen oder in Kombination mit Alkohol, Medikamenten oder anderen Drogen schwere gesundheitliche Schäden verursachen.


Tschechische Behörden gehen gegen gefährliche Cannabis-Produkte und Kratom vor
Foto: Policie České republiky

Mehr als 85.000 Produkte sichergestellt


Die Ergebnisse der bisherigen Kontrollen zeigen das Ausmaß des Problems. In 224 von insgesamt 291 überprüften Geschäften – rund 77 Prozent – stellten die Behörden Verstöße gegen geltende Vorschriften fest.


Insgesamt wurden laut der tschechischen Polizei (Policie České republiky) nahezu 86.000 Produkte sichergestellt. Darüber hinaus beschlagnahmten die Kontrollorgane 155 Kilogramm illegal verkauftes Kratom sowie Waren aus 63 CBD-Verkaufsautomaten. Zudem wurden 25 Online-Shops gesperrt, bei denen entweder ein Zusammenhang mit konkreten Vergiftungsfällen nachgewiesen wurde oder andere Gesetzesverstöße vorlagen.


Zusätzlich ordneten die Gesundheitsbehörden die Rücknahme oder Vernichtung von mehr als 11.000 weiteren Produkten an.


Laboruntersuchungen ergaben, dass ein Großteil der sichergestellten Waren verbotene Suchtstoffe, registrierte psychoaktive Substanzen oder neue psychoaktive Stoffe enthielt, deren Verkauf nicht zulässig ist. Problematisch seien laut Behörden auch weitere psychoaktive Stoffe, die bislang noch nicht ausdrücklich reguliert sind.


Tschechische Behörden gehen gegen gefährliche Cannabis-Produkte und Kratom vor
Foto: Policie České republiky

Zahlreiche Vergiftungen im Jahr 2026


Besorgniserregend sind die aktuellen Zahlen zu Vergiftungsfällen. Von den bisher 235 im Jahr 2026 der Polizei gemeldeten Intoxikationen verlief etwa jeder zehnte Fall tödlich. Insgesamt wurden 23 Todesfälle registriert.


In 161 Fällen standen synthetische Cannabinoide oder Kratom im Zusammenhang mit der Vergiftung. Vier dieser Fälle endeten tödlich. Weitere 51 Überdosierungen standen im Zusammenhang mit Medikamenten oder anderen Stoffen wie Giften, wobei sieben Menschen starben. Bei 23 Fällen handelte es sich um klassische Drogenüberdosierungen, von denen zwölf tödlich verliefen.


Die Behörden weisen darauf hin, dass diese Zahlen nur Fälle umfassen, bei denen die Polizei hinzugezogen wurde.


Allein in der vergangenen Woche registrierte die Polizei elf nicht tödliche Vergiftungen bei Minderjährigen unter 18 Jahren, die vermutlich durch Produkte mit synthetischen Cannabinoiden verursacht wurden. Die Vorfälle ereigneten sich in mehreren Regionen des Landes, darunter Mittelböhmen, Südböhmen, die Region Liberec, Karlsbad, Vysočina und Olomouc.


Tschechische Behörden gehen gegen gefährliche Cannabis-Produkte und Kratom vor
Foto: Policie České republiky

Warnung an Verbraucher


Die Behörden raten dringend davon ab, Produkte mit unklarer Zusammensetzung zu konsumieren. Besonders vorsichtig sollten Verbraucher bei Erzeugnissen sein, die als „Sammlerstück“ gekennzeichnet sind oder den Hinweis „Nicht zum Verzehr bestimmt“ tragen.


Dazu zählen unter anderem Produkte aus Nutzhanf, Süßwaren, vorgerollte Joints, getrocknetes Cannabis, E-Zigaretten und deren Nachfüllkartuschen. Nach Angaben der Behörden entspricht der tatsächliche Inhalt häufig nicht den Angaben auf der Verpackung.


Als besonders gefährlich gilt die Kombination solcher Stoffe mit Alkohol, Medikamenten oder anderen berauschenden Substanzen. Diese Mischungen können das Risiko schwerer oder sogar tödlicher gesundheitlicher Komplikationen erheblich erhöhen.

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