Tschechien schickt Dokumentarfilm „Kdyby se holubi proměnili ve zlato“ ins Oscar-Rennen
Das mehrfach ausgezeichnete Werk von Pepa Lubojacki erzählt eine persönliche Geschichte über Sucht, Obdachlosigkeit und familiäre Traumata

Ein intimer Dokumentarfilm soll Tschechien bei der 99. Oscarverleihung vertreten. „Kdyby se holubi proměnili ve zlato“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale und wurde dort gleich doppelt ausgezeichnet.
Die Tschechische Film- und Fernsehakademie (ČFTA) hat den Dokumentarfilm „Kdyby se holubi proměnili ve zlato“ als tschechischen Beitrag für die Oscars ausgewählt. Das Werk von Pepa Lubojacki geht in der Kategorie „Bester internationaler Film“ ins Rennen.
Der internationale Titel des Films lautet „If Pigeons Turned to Gold“. Über einen Zeitraum von fünf Jahren dokumentierte Lubojacki das Leben des eigenen Bruders und zweier Cousins. Ihre Abhängigkeit nahm ihnen nach und nach Beziehungen, ein festes Zuhause und das Gefühl von Sicherheit.
Der Film setzt sich zugleich mit den Folgen von Sucht und generationenübergreifenden Traumata für die gesamte Familie auseinander. Dabei verbindet Lubojacki persönliche Videoaufnahmen mit inszenierten Erinnerungen, animierten Fotografien und grafischen Collagen. Die Ursachen des familiären Abstiegs werden ohne Sentimentalität, aber mit großer persönlicher Nähe untersucht.
Doppelte Auszeichnung bei der Berlinale
Seine Weltpremiere feierte der Dokumentarfilm im Februar 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin. Dort gewann er sowohl den Berlinale Dokumentarfilmpreis als auch den unabhängigen Caligari-Filmpreis. In den tschechischen Kinos startet der 110 Minuten lange Film offiziell am 24. September 2026.
Entscheidung fällt im Dezember
Ob der Film den Sprung in die engere Auswahl schafft, wird sich am 15. Dezember 2026 zeigen. An diesem Tag veröffentlicht die Academy of Motion Picture Arts and Sciences die Shortlist mit 15 internationalen Filmen. Die endgültigen Nominierungen werden am 21. Januar 2027 bekannt gegeben. Die 99. Oscarverleihung findet am 14. März 2027 statt.

Bislang gewannen zwei tschechoslowakische und ein tschechischer Film den Oscar: „Das Geschäft in der Hauptstraße“ von Ján Kadár und Elmar Klos im Jahr 1965, Jiří Menzels „Liebe nach Fahrplan“ zwei Jahre später sowie Jan Svěráks „Kolya“ aus dem Jahr 1996.










